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Kategorie: Biografie

Biografie

Udo wird am 17. Mai 1946 in Gronau, einer beschaulichen Kleinstadt in Westfalen nahe der niederländischen Grenze geboren. Mutter Hermine, die sich eigentlich ein Mädchen wünschte, und Vater Gustav haben es in der Nachkriegszeit nicht leicht, die Familie, durchzubringen. Er hat einen älteren Bruder. Als Säugling ist Udo eher blässlich und schmal, bewegt aber seine Arme und Beine bereits rhythmisch und ausdauernd. Seine ersten Trommelversuche auf Holz und Blech im nächsten Frühjahr interpretieren die Eltern und Verwandten als altersgemäßen Spaß am Lärmen. Ansonsten wird Udo allgemein als unauffällig und durchschnittlich beschrieben.

Nach ersten Trommelversuchen im Jahr 1956 engagiert die Dixieland-Truppe Old Time Jazzband 1957 den erst elfjährigen Lindenberg. Es ist eigentlich eher als Gag gedacht, und der Bandleader meint: "Leute, ist doch genial. Ein Zwergentrommler in kurzen Hosen. Darauf wartet doch die Welt." Keiner der Mitmusiker ahnt in diesem Augenblick, dass sie einen zukünftigen Superstar hinter der Schießbude sitzen haben. Nur Udo glaubt an sich und träumt von Ruhm und Reichtum.

Obwohl die Familie nicht gerade wohlhabend ist, kauft Vater Gustav Udo 1958 ein eigenes Schlagzeug. Mehr als zehn Stunden täglich traktiert Udo seine "erste große Liebe". Die Familie hält es aus. Zum ersten mal live vor Publikum spielt der kleine Lindenberg, gerade mal zwölf Jahre alt, in dem Örtchen Ochtrup. Er lernt das Lampenfieber kennen, die Knie schlottern, der Magen rotiert. Er leert das Bierglas eines Bandkollegen, sein erster Kontakt mit dem Alkohol. Der Auftritt hinterlässt bei den Zuschauern und heimatlichen Medien einen tollen Eindruck. Die Gronauer Nachrichten schreiben: "Besonderen Ausdruck verlieh diesem Rhythmus der Schlagzeuger der Old Time Jazzband Udo Lindenberg, der für sein Alter ein mehr als erstaunliches Können auf dem Schlagzeug geboten hat. Nicht unverdient war er der Liebling des Publikums, und selbst ältere und erfahrenere Musiker waren begeistert, als er in The Sheikh Of Araby (Fats Domino) ein Schlagzeugsolo spielte, das zu der berechtigten Vermutung Anlass gibt, dass aus diesem Jungen noch etwas wird."

 

Um Punkt 22.00 Uhr muss dieser zu jener Zeit wegen des strengen Jugendschutzgesetzes die Tommelstöcke zur Seite legen, ein anderer spielt für ihn weiter. Vater oder Mutter begleiten außerdem das junge Talent und passen auf, dass er Frauen, Alkohol und Zigaretten fernbleibt. Mit dreizehn Jahren gründet Lindi mit den Dixie Devils seine erste eigene Band und gewinnt die Olympiade der nordrhein-westfälischen Dixieland-Drummer. Er, bester des Landes, hebt ein wenig ab und unterzeichnet im Geiste bereits Milliardenverträge.

Als 16-jähriger beginnt er aber zunächst eine Kellnerlehre in einem renommierten Düsseldorfer Hotel. Auch als Page macht er eine gute Figur. Später möchte er als Schiffssteward arbeiten, dafür braucht er die Ausbildung. Nebenbei hilft er in diversen Bands aus, wenn deren Trommler aus irgendwelchen Gründen ausfällt. Eines Abends sagt ihm eine innere Stimme, dass er zum Musiker geboren ist. Er nimmt im Jazz Cap einen festen Job als Schlagzeuger an und provoziert seinen Rauswurf aus der Lehre. Dabei kippt er unter anderem einem Konsul Sauce Bernaise über den Anzug .

Frohen Mutes geht er ins Jazz Cap. Dort eröffnen ihm seine vermeintlichen Mitmusiker, dass sie doch lieber mit ihrem alten Drummer weiterspielen wollen. Als Trost spendieren sie Udo einen Dreifachkorn und zahlen ihm aus Mitleid 10,-- DM Abfindung. So endet der erste Ausflug ins Profilager. Nachdem er auch noch in seinem Zimmer einen Brand verursacht, steht er nun völlig auf der Straße, gerade mal 16 Jahre alt. Mit den letzten Groschen ruft er Billy, der in der Jazz-Szene zu Hause ist an. Der hat erst einmal einen Job in seinem Plattenladen für ihn und vermittelt ihn nach ein paar Tagen als Trommler an die holländische Band Mr. Adam’s Jazzopaters.

Die Jungs tingeln durch die Tanzsäle von Enschede bis zum Ruhrpott. Nebenbei belegt Udo einen Jazz-Kurs am Konservatorium Duisburg. Der Alkohol bereitet ihm zunehmend Probleme, schließlich wirft ihn sein Professor raus. Udo landet in Münster. Dort bekommt er ein Angebot vom Posaunisten Gerold Flasse, der sich gerade eine Tanzband zusammenstellt, die sich am Jazz orientiert. Der Abschied von den Eltern (und umgekehrt) fällt dem 17-jährigen Lindenberg schwer. 1963 und 1964 tourt die Band durch Frankreich und US-Clubs in Nordafrika. Ziemlich kaputt vom Alkohol und Rauchen kehrt Lindi nach Gronau zurück und lässt sich von Mutter Hermine erst einmal aufpäppeln.

Er geht in Münster zur Musikschule und spielt bei den Mustangs. Dort lernt er Steffi Stephan und Backi Backhaus kennen. Die Mustangs spielen die Hits der Beatles, Stones und Elvis und sind ziemlich berüchtigt. 1968 trampt Udo nach Hamburg und sucht sich einen Job. Fast wird er Seemann, landet aber doch bei den City-Preachers, einer Folklore Gruppe mit Inga Rumpf als Sängerin und Jean-Jaques Kravetz am Piano. Nach einem halben Jahr bei der Bundeswehr hält er sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Für seine Entlassung vom Bund sorgt er wieder einmal mit seinem schauspielerischen Talent. So fällt er beim Marschieren manchmal einfach um.

1970 dann der erste Versuch, eine Platte zu veröffentlichen. Sogar Peter Herbolzheimer ist an dem Album Free Orbit beteiligt. Udo schreibt Musik und Texte (in Englisch), sitzt am Schlagzeug und singt. Die LP floppt, nur etwa 100 Scheiben werden verkauft oder an Eltern, Freunde und Verwandte verschenkt. Udo landet auf dem Boden der Tatsachen, das ist noch nicht der erwartete Höhenflug. Er spielt wieder in Hamburgs Kneipen für DM 30,-- Gage plus Freibier und reißt massenweise Mädels auf.

Im Jazzhouse wird er von Klaus Doldinger entdeckt, der ihn mit nach München nimmt. Doldingers Passport mit Udo am Schlagzeug wird aus der Taufe gehoben. Der Job ist anstrengend. Die Mitmusiker sind älter und erfahrener und stecken den Stress besser weg. Aber Udo lernt in dieser Zeit sehr viel über das Business, das er später noch brauchen wird. Schließlich verlässt er die Band, um eine eigene Karriere zu starten. Er schreibt Texte, die er selber interpretieren möchte.

1971 zieht es ihn zurück nach Hamburg. Er reist mit einem alten, von seinem Vater finanzierten R4 dorthin und hält sich häufig im Onkel Pö auf. Im August nimmt er mit Andy Marx an der Gitarre und Carl G. Stephan am Bass seine erste LP mit Eigenkompositionen und eigenen englischen Texten auf. Udo spielt Schlagzeug und singt. Insgesamt 700 mal verkauft sich die Scheibe und Lindi sieht ein, dass es wohl nicht so gut ist, englisch zu singen, weil er sich in der Sprache nicht so gut ausdrücken kann. Es heißt erst einmal wieder kleinere Brötchen backen. Mit Atlantis geht es nach England. Doch der erhoffte Erfolg bleibt auch hier aus. In das Jahr 1971 fällt auch der Tod von Vater Gustav, ein schwerer Schlag.

1972 entsteht die Single Sommerliebe. Lindenberg tritt mit Jean-Jaques Kravetz (Keydoards, Thomas Kretschmer (Gitarre), Hannelore Mogler (Gesang) und Steffi Stephan (Bass) als Kravetz & Lindenberg auf. Er arbeitet in seiner Kammer an seinen Bewegungen auf der Bühne, versucht es sogar mit Tanzen. Das gelingt nicht so ganz, dafür wird, unter Alkoholeinfluss, der typische Lindi-Schritt geboren. Im Sommer wird die LP Daumen Im Wind – mit deutschen Texten – produziert. Die Presse äußert sich positiv, besonders gefallen die Texte, Lindi spricht "genau die Sprache seiner Generation" (POP). Im Sounds Pop-Poll belegt er Platz vier bei den Gesangssolisten.

Anfang 1973 geht Udo wieder mit Atlantis, der Band um Rockröhre Inga Rumpf, auf England-Tournee. Er bleibt nicht lange dabei, denn er will eine eigene Band. Im Sommer wird das nächste Album produziert, noch besser vorbereitet als der Vorgänger. Es trägt den Titel Alles Klar Auf Der Andrea Doria. Den Titelsong textet Lindi im Onkel Pö in etwa fünf Minuten und schreibt ihn auf Bierdeckeln nieder. Dass er genau diesen Song 1980 mit Nana Moskouri in Bio’s Bahnhof live im Duett und im Fernsehen singen wird, hat er sich damals nicht träumen lassen.

Die Presse lobt die gut geschriebenen deutschen Texte, und Udo macht Pläne für eine große Bühnenshow. Am 13. August 1973 wird das Panik-Orchester gegründet. Es gibt Billig-Sekt aus Pappbechern. Zur Band gehören Steffi Stephan am Bass, der Pianist Gottfried Böttger, Gitarrist Karl Allaut und Judith, eine ehemalige DDR-Musikerin, am Saxophon. Im Herbst kommt noch Backi Backhaus hinzu. Mit Andrea Doria gelingt Lindenberg der Durchbruch in der deutschen Rockszene. Der Titel wird ein Riesenhit und ist heute ein Evergreen. Weihnachten sind Udo und das Panik-Orchester in der Reinhard-Mey-Show im Fernsehen zu sehen. Eine Blitzstart-Karriere.

Im Januar 1974 geht es auf eine zehntägige Deutschland-Tournee. Lindi macht mit seinem Orchester Rock für Ohren, Augen und Hirn, so wie er es sich vorgenommen hat. Die Show kommt gut an, allerdings will auf einem Deutsch-Rock-Festival in Dortmund der Funke anfangs nicht so recht überspringen. Sogar vereinzelte Buh-Rufe sind zu hören, bis Udo eine Stripperin auf die Bühne bittet. Das Publikum ist hellauf begeistert. Am Ende entpuppt sich die vermeintliche Schöne als Mann... Da hat er endgültig gewonnen.

 

Bereits im Mai steht die nächste Tour an. Als Ersatz für Judith engagiert Udo Olaf Kubler am Saxophon. Nach ein paar Wochen steigt auch der aus, und das Orchester verzichtet ganz auf Saxophonbegleitung. Die LP Ball Pompös verkauft sich innerhalb von sechs Monaten 250 000 mal, das heißt Gold. Die Herbsttournee ist ausverkauft und wird ein Riesenerfolg. Es ist die "heißeste und perfekteste Rock-Show des Jahres", so Bravo. Gitarist Karl Allaut verlässt die Band. Bei einem Auftritt in München erfährt er, dass der Veranstalter mit Scheck bezahlen will. Er akzeptiert generell nur Bares. Ersetzt wird er durch Helmut Franke und Thomas Kretschmer. Die Band ist im Radio präsent, die Presse berichtet immer öfter und Udo ist mit seinem Panik-Orchester häufig Gast in Fernsehshows.

 

Da geht es wohl nicht immer ganz diszipliniert zu. Die Konzertagentur schreibt am Ende der erfolgreichen Tour: "Lieber Udo! Die soeben glanzvoll gestartete Karriere könnte jäh zu Ende sein, wenn sich die Trink- und Randalegeschichten der Band nicht ändern." Doch die Poll-Ergebnisse sprechen eine andere Sprache. Als Vokalist, Schlagzeuger, Solist und Komponist landet Udo beim Musik Express auf Platz eins, das Panik-Orchester wird zur besten Plattengruppe und vielversprechendster Band gewählt. Karl Allaut ist bester Gitarrist, und Steffi Stephan belegt Platz eins bei den Bassisten. Die Leser wählen Ball Pompös zur LP des Jahres und Rudi Ratlos zur Single des Jahres.

Im Frühjahr 1975 touren die Musiker durch 27 deutsche Städte und stellen die neue Produktion Wotan Wahnwitz vor. Nach einer Rekordzeit von nur drei Tagen sind 250 000 Exemplare verkauft und die Band darf die nächste goldene Scheibe entgegennehmen. Im Herbst startet die nächste Tour durch Deutschland. Mit dabei Elli Pirelli, weder Mann noch Frau mit herrlicher Opernstimme, Geiger Rudi Ratlos und Pantomime Jack Ford. Als neue Musiker hat Udo Keith Forsey am Schlagzeug und Roger Hook an der Gitarre im Gepäck.

Die LP Galaxo Gang wird 1976 in der Sternwarte Bochum vorgestellt. Planeten kreisen vor fernen Galaxien. Hostessen aus dem Raumschiff Orion kredenzen wabernde Drinks. Im Wandelgang des Planetariums steht ein Apollo-Mondauto so strahlend silbern wie das Original. Daneben eine aufgeblasene lebensgroße Kopie des Udo L., die käuflich zu erwerben ist.. Ziemlich abgefahren das Ganze, so etwas hat Deutschland noch nicht erlebt. Das Fernsehen findet die Scheibe teilweise skandalös. "Die Damen die Bodo Ballermann seinen Samen nahmen", so eine Textzeile, ist nun mal 1976 nicht sendefähig.

Im November erscheint Sister King Kong. Die Band trennt sich von "Johnny Controletti" Hans-Werner Funke, die Chemie stimmt nicht mehr. Funke hat Udo von Anfang an nicht nur finanziell unterstützt. Eine Zusammenarbeit mit Fritz Rau, der von Udo sowohl als Musiker als auch als Mensch begeistert ist, bahnt sich an und wird schließlich besiegelt.

Mit einer Art Rock-Kabarett, so Lindenberg, geht es im Januar/Februar 1977 mal wieder auf Tour durch Deutschland. Dabei sind Elli Pirelli, der Transvestit Romy Haag und ein Liliputaner. Die Show wird durch Diaprojektionen untermalt. Zum Panik-Orchester gehören Thomas Kretschmer an der Gitarre, Bassist Steffi Stephan, Gitarrist Paul Vincent, Jean-Jaques Kravetz an den Keyboards und Drummer Bertram Engel.

Im Mai folgen ein Promo-Gig und ein Fernsehauftritt in England. Die LP No Panic, in den USA und Großbritannien erschienen, floppt. Auf dem Nürnberger Open-Air-Festival liefert die Band nur einen mäßigen Auftritt ab. Wahrscheinlich sind sie müde und ausgepowert vom ständigen Touren. Das Album Panische Nächte landet nur auf Platz 31 der Hitparade. Allerdings sorgt der Titel Riki Masorati in der DDR für Aufsehen und belegt Platz vier der dortigen Charts.

1978 dann Panische Nächte, die erste Tournee unter der Regie von Fritz Rau. Der gigantische Aufwand zahlt sich aus, die Tour wird ein voller Erfolg. Im Laufe des Jahres absolviert Udo mit seiner Band einige Fernsehauftritte. Er ist inzwischen ein echter Superstar. Ende 1978 erscheint Dröhnland Symphonie. Ein Super-Live-Rockspektakel soll folgen.

Mit drei Sattelschleppern, einer 25-Tonnen Anlage und zwei Dutzend Darstellern zieht die Band vom 19.1. bis 14.4.1979 durch die großen Hallen Deutschlands. Die Produktionskosten belaufen sich pro Abend auf 70.000,-- DM, gigantisch für das Jahr 1979. Inszeniert wird die Show von Theaterregisseur Peter Zadek, Udo und er versuchen eine Verbindung von E- und U-Musik. "Der Vorhang geht auf. Man sieht auf das eisige Dröhnland. Schlittenhunde bellen, Pinguine tanzen. Weißer Nebel steigt. Und Udo kommt im Eisbärenfellimitat. Ein Feuerwerk von Bildern, Tanz, Projektionen beginnt zu explodieren. Drei Stunden lang. Felix, alias Batman, schwebt über die Bühne. Elli Pirelli jauchzt. Catcher-Akrobatik, Vampirtanz, Pas de deux, Peepshow. Der Titan der weltweiten Rock-Legenden, Eric Burdon, singt." (Udo Lindenberg, Kai Hermann: Der Panikpräsident).

Das sorgt für Aufruhr. Ein "unseriöser Regisseur als Illustrator von Halbstarken-Schlagern", schreibt das Allgemeine Deutsche Sonntagsblatt. Dennoch wird die Show im Juli im Hamburger Operettenhaus für das Fernsehen aufgezeichnet, die Tour wird dokumentiert und auf dem Livehaftig-Album festgehalten. Als Udos geliebte Mutter Hermine stirbt wird die Tournee kurz unterbrochen.

Auf der LP Der Detektiv findet man deutsche Versionen von Candle In The Wind, Born To Be Wild und As Tears Go By. Die Scheibe kommt nicht besonders gut an. Zum Panik-Orchester gehören Frank Diez (Gitarre), Jean-Jaques Kravetz, Joachim Kühn (Keyboards), weiterhin Steffi Stephan und Thomas Kretschmer, Dave King (Bass), Bertram Engel, Curt Cress und Dieter Ahrend (Drums und Percussions). Der Stress führt bei Udo zu extremen Alkoholkonsum, er wird mehrfach ins Krankenhaus eingeliefert. Im November beginnen die Dreharbeiten zum Film Panische Zeiten. Der Streifen hat mittlerweile Kultstatus.

Im April 1980 kommt mit Panische Zeiten der erste Lindenberg-Film in die Kinos. Udo mimt den Detektiv Coolman. In der Rolle sucht und findet er den Sänger Udo Lindenberg, der wegen gesellschaftspolitischer Äußerungen entführt wurde. Die Süddeutsche Zeitung bezeichnet das Werk als indiskutablen Kino-Klamauk, während die Filmbewertungsstelle Wiesbaden dem Streifen das Prädikat wertvoll erteilt. Mitspieler sind unter anderem Leata Galloway, Vera Tschechowa, Walter Kohnt und Eddie Constantine.

Zeitgleich zum Film erscheint die LP Panische Zeiten. Udo dazu: "In dieser Scheindemokratie versuche ich politisches Bewusstsein etwas näher zu bringen." Udos Bekanntheitsgrad wächst derart, das sein Name sogar in den Brockhaus aufgenommen wird. Die Frühjahrstour führt durch die Niederlande, Dänemark, die Schweiz, Frankreich, Österreich und Luxemburg. Thomas Kretschmer und Paul Vincent verlassen die Band, neuer Leadgitarrist wird Hannes Bauer. Mit Gaststar Helen Schneider geht es im Herbst unter dem Titel "Die Heizer kommen" auf Deutschland-Tour. Sie führt Udo und das Panikorchester durch 38 Städte und wird die erfolgreichste seiner bisherigen Karriere.

1981 produziert Lindi Udopia in New York, Hamburg und Nassau. Im April erscheint das Album und wird von der Plattenfirma großartig vermarktet. Udo greift auch die allgemeine politische Lage auf. Ronald Reagan, ehemaliger Schauspieler, wird der 40. Präsident der USA. Textauszug:

Am Tag als der Reagan kam
und die Vulkantanzschule übernahm
rechtsherum im Rückwärtsschritt
tanzt man jetzt den Apocalypso, und alle taumeln mit

Express findet die Scheibe "erfrischend neu im Sound, erfreulich altbewährt in den Wortspielen, weltweit aktuell, amüsant und stellenweise frecher, als die Sender erlauben." Für die Abendschau hat das Bayerische Fernsehen den Titel Straßen-Fieber geplant. Darin kommt die Textzeile "In den Straßen steigt das Fieber. Und was verordnen sie? Schwere Knüppeltherapie gegen leichte Krawalerie" vor. Der Song geht nicht über den Sender. Im Herbst kommen die Bücher Rock’n Roll Rebellion und Das Textbuch, darin sind alle bisherigen Song-Texte enthalten, auf den Markt.

Mit Pascal Kravetz, dem Sohn von Jean Jaques, nimmt Udo den Titel Wozu sind Kriege da? auf. Und wieder einmal geht es auf Tour, natürlich mit dem Panikorchester. Dazu gesellen sich der Gitarrist Fritz Fetzer und Inga Rumpf mit ihrer Band. Udo unterschreibt einen weltweiten Vertrag (ohne BRD, Schweiz und Österreich) bei dem bekannten Label Island. Dort erscheint die EP Berlin. Die deutsche Presse ist wenig begeistert. "Es ging mit ihm bergab", so die Hamburger Morgenpost.

Auf dem Doppelalbum Intensivstationen sind Live-Mitschnitte der 80er und 81er Tourneen zu hören. Bei der Deutschen Grammophon unterschreibt Udo einen Fünf-Jahres Vertrag. Die Firma garantiert ihm darin etwa 6,5 Millionen Mark. Die LP Keule geht ins Rennen und wird vom Fernsehen wie immer unterstützt. Die schreibende Presse ist aber wenig begeistert, Sounds bezeichnet das Werk als einen "stilistischen Tiefpunkt."

Udos erstes Album bei der Deutschen Grammophon (Polydor) heißt Odyssee. Darauf auch der Klassiker Chattanooga Choo Choo, auf deutsch Sonderzug Nach Pankow. Die Single-Auskopplung wird ein absoluter Hit und Dauerbrenner. Auch für das Album gibt es wieder einmal Gold. Als die Bewegung Künstler für den Frieden gegründet wird ist Udo mit dabei. 250.000 Zuschauer kommen zu dem Festival. Aber er engagiert sich auch sonst gesellschaftspolitisch. Über die erste in Deutschland geborene Generation junger Türken singt er:

Ali ist ein Türkenjunge aus Hamburg
hier geboren, doch wo gehört er eigentlich hin?
Dauernd gibt man ihm so’n Gefühl, als müsste er sagen:
Entschuldigen Sie, dass ich geboren bin
Ali trifft sein Mädchen in dunklen Läden
sie nimmt ihn nie mit zu sich nach Haus
sie sagt: Mein Alter, mit dem kann man leider nicht reden
Der hat so Müllsprüche drauf, wie "Kanaken raus!"
Istanbul, das Schwarze Meer
am Bahnhof schaut er den Zügen hinterher
doch wahrscheinlich in Ankara
hätt’ er Heimweh nach Hamburg-Altona

1983 macht Udo Wahlwerbung für die Grünen. Danach geht es mit Gianna Nannini auf erfolgreiche Tour. So schreibt der Stern: "Während die Helden der Neuen Deutschen müde sind wird die Musik des Altrockers bejubelt." Bereits 83 ein Altrocker, was ist Udo dann heute? Von der Tour gibt es erneut ein Live-Album, es heißt Lindstärke 10. Lindi engagiert sich auch weiterhin für die Friedensbewegung. Das Panikorchester feiert 10-jähriges Jubiläum. Endlich, am 25. Oktober, darf die Band auch in der damaligen DDR gastieren, natürlich vor ausgesuchtem Publikum. Schon seit langem wollte Lindenberg dort auftreten. Bereits 1977 singt er in dem Song Rock-n’-Roll-Arena In Jena:

Ich würd’ so gerne bei euch mal singen
meine Freunde in der DDR
ne Panik-Tournee, die würd’s echt bringen
ich träum oft davon, wie super das doch wär’
Doch die Funktionäre sind noch unentschlossen
diese "westliche Müllkultur" sei nichts für die Genossen
wann sehen die Herren endlich mal klar
und bauen die Rock-n-Roll-Arena in Jena?

1984 kommt die LP Götterhämmerung auf den Markt, natürlich folgt wieder eine Tournee. Eine geplante Konzertreise durch die DDR wird jedoch gecancelt. Und das, obwohl das Komitee für Unterhaltungskunst meint: "Die Mehrzahl seiner Titel, die über die Probleme Jugendlicher im Spätkapitalismus , über die Misere im dortigen Schulwesen, über miserable Lehrlingsausbildung, über die Drogenwelle, die Flucht vor der Gegenwart in die so genannte Nostalgiewelle und über die Refaschisierung in der BRD berichten, halten wir für unsere kulturpolitischen Bestrebungen ausnutzbar und unter einem entsprechenden Vorzeichen popularisierbar. Mit einem passenden Kommentar versehen, können Titel von Udo Lindenberg als Beleg für die in der BRD existierenden Widersprüche und als künstlerische Reflexion über diese Widersprüche dienen." Das Fazit lautet allerdings: "Lindenberg ist eine der widersprüchlichsten Künstlerpersönlichkeiten der Tanzmusikszene der BRD." Auch Udos Freund Oskar Lafontaine kann nichts erreichen.

1985 erscheint Sündenknall. Udo ist beim Live-Aid-Spektakel dabei, dass im Sommer weltweit übertragen wird. Außerdem gibt er sechs Konzerte bei den 12. Jugendfestspielen in Moskau. Viele Fans aus der DDR nehmen eine lange Reise in Kauf, um ihr Idol in der sowjetischen Hauptstadt sehen zu können. Lindi arbeitet mit der russischen Popqueen Allah Pugatschowa zusammen, es entsteht die LP Radio Eriwahn. Dann geht es mal wieder auf große Deutschlandtournee.

1986 wird im Downtown-Studio in Bayern das Album Phoenix eingespielt. Die Single Horizont wird ein großer Erfolg. "An dem Titel hat Udo mindestens zwei Wochen gebastelt und täglich kleinste Nuancen verändert", erinnert sich der Studiobetreiber. Ungewöhnlich auch Udos Gesundheitsbewusstsein, er kommt entweder joggend oder mit dem Rennrad ins Studio. In kleinen Runden erweist sich Lindi als hochintelligenter Gesprächspartner, "mutiert aber, wenn das Team komplett ist, sofort zum absoluten Oberindianer," so der Studioinhaber.

Mit der LP Feuerland geht Udo 1987 zunächst auf Tour durch die Sowjetunion, es folgen Open-Air-Festivals in Westdeutschland. Mit dem Staatsratsvorsitzenden der DDR tauscht sich der Künstler brieflich aus. Er schreibt an Erich Honecker: "Sehr geehrter Herr Staatsratsvorsitzender, es hat mich irritiert, dass andere aus dem Showgeschäft der BRD in ihrem Staat auftreten konnten und ich nicht. Betrachten Sie bitte deshalb, Herr Staatsratsvorsitzender, meinen Text auf die bekannte Schlagermelodie "Sonderzug nach Pankow" als ein Dokument meiner Irritation. Mein Wunsch in diesem Lied, im Palast der Republik auftreten zu wollen, ist ernst gemeint. (...) Auf jeden Fall lag es mir fern, Herr Staatsratsvorsitzender, Sie mit diesem Liedchen zu diskreditieren. Im Gegenteil. Ich möchte im Palast der Republik oder beim Festival des politischen Liedes wie andere Rocksänger auftreten. (...) Ich brauche, glaube ich, nicht zu betonen, dass ich Ihre Initiativen zur Friedenssicherung aufmerksam verfolge. Nicht zuletzt ist das auch ein Grund, weswegen ich mich in diesem Brief an Sie wende. Als alter Wiebelskirchner Trommler beim RFB werden Sie mich verstehen. Herzlichst Ihr Udo Lindenberg." Die beiden beschenken sich sogar gegenseitig. Udo schickt Honecker eine abgetragene Lederjacke und erhält eine Schalmei. Beide Exponate kann man im Rock’n Pop Museum in Lindenbergs Heimatstadt Gronau bewundern. Allerdings lebt er dort seit langem nicht mehr, sondern im Hotel Atlantic in Hamburg. Häufig hält er sich auch in Berlin auf.

1988 nimmt Lindi das Album Hermine auf. Es ist seiner geliebten Mutter gewidmet. "Auf der LP Hermine präsentiert der Rock-Sänger zum ersten mal Texte und Melodien, die unter Nazi-Müll begraben lagen. Ein etwas anderer Udo L. stellt sich vor. Ein dramatischer Entertainer, der auch leise Töne beherrscht. Es ist eine ungewöhnliche Spannung im Studio, als Udo L. die großen alten Songs neu interpretiert. Bei Marlene Dietrichs Illusions schlucken selbst die abgezocktesten Tontechniker. Udo L. versinkt immer tiefer in die Melancholie des Liedes. Er bricht ab, weint, und einige weinen mit. Es ist einer der wenigen öffentlichen Gefühlsausbrüche, die sich der Sänger leistet." (Panikpräsident, Die Autobiographie, Udo Lindenberg mit Kai Hermann) Auf Tour geht es mit Feuerland und mit Allah Pugatschowa entsteht die deutsch-russische Co-Produktion Lieder statt Briefe. In London wird die LP Casa Nova aufgenommen.

Im Mai 1989 erscheint die Autobiographie El Panico. Udo produziert in Hamburg die LP Bunte Republik Deutschland. Er beginnt eine Zusammenarbeit mit der türkischen Sängerin Sezen Akzu. Und dann ein absolutes Highlight seiner Laufbahn: Am 23. November wird ihm in Berlin vom regierenden Bürgermeister Walter Momper das Bundesverdienstkreuz am langen Bande verliehen.

Nach dem Fall der Mauer kann Udo mit seinem Panikorchester 1990 endlich durch Gesamtdeutschland touren. 1991 erscheinen Ich Will Dich Haben und im Herbst Gustav, Vater Lindenberg gewidmet. 1992 wieder eine Deutschland-Tournee und ein neues Album, Panik-Panther. 1993 kommt Benjamin in die Läden.

Im Herbst 1994 feiert Udo, obwohl schon oft abgeschrieben, sein 25-jähriges Bühnenjubiläum. Die Kollegen gratulieren mit der Scheibe Hut Ab, auf der sie Lindis Songs auf ihre Weise interpretieren. Zu hören sind unter anderem BAP, Die Prinzen, Nena, Nina Hagen, Otto, Rio Reiser und Heinz Rudolf Kunze. 1995 erscheint Kosmos.

Auch 1996 bringt Udo ein neues Album heraus, diesmal in Zusammenarbeit mit Selig und Franz Plaza. Das Werk heißt Und Ewig Rauscht Die Linde. Mit dem Original Panikorchester geht es auf Tournee. Auf zahlreichen Ausstellungen präsentiert sich Lindenberg als Maler. Eine Besonderheit sind die so genannten Likörelle, eine wunderschöne Erfindung Lindis. Ja, man kann mit Likör auch malen, anstatt ihn zu saufen. Mit Hinterm Horizont Geht’s Weiter erscheint ein neues Textbuch, und in dem Bildband Lindianer-Bilder In Panikcolor ist Udo reichlich zu bewundern. Mit seinem bisherigen Leben befasst sich das Buch Udos Odyssee – Eine Panische Zeitreise In Bild Und Ton.

Die 96er Tour wird wieder einmal mitgeschnitten und erscheint 1997 als Live 96. Die erfolgreiche Tour mit dem Panikorchester wird fortgesetzt. Belcanto, entstanden in Zusammenarbeit mit dem Babelsberger Filmorchester, dem Stroer-Brüdern und Dr. Horst Königstein, kommt in die Läden. Auf der Herbsttournee wird die Scheibe vorgestellt. Und weil es so gut läuft wird das Unternehmen im März 1998 fortgesetzt. Im Herbst dann das Album Zeitmaschine. Hier wirken Freundeskreis mit.

Anfang 1999 erobern Zeitmaschine und auch die Single-Auskopplung You Can’t Run Away die Charts. Berlin Records veröffentlichen mit Udo Seid Willkommen In Berlin. Passend dazu gibt der Musiker am 9. November, dem zehnten Jahrestag es Mauerfalls, ein Konzert vor dem Brandenburger Tor.

Die 2000er CD heißt Der Exzessor. Auch als Maler erfreut sich Udo immer größerer Popularität. So sind seine Werke unter anderem im Joseph-Museum auf Schloss Moyland in Kleve zu sehen. Titel der Ausstellung: Wiederbegegnung der Hüte. Lindi gibt Konzerte auf der EXPO in Hannover und ruft die Initiative Rock gegen Rechte Gewalt ins Leben. 30.000 Zuschauer feiern ihn in Dresden beim Rock for Germany-Festival am 3. Oktober, zehn Jahre nach der deutschen Einheit.

Lindenbergs Gemälde werden 2001 in einer großen Ausstellung in Düsseldorf gezeigt. Ansonsten ist er mit Vorbereitungen zu Atlantic Affairs beschäftigt. Die CD wird 2002 im Berliner Tränenpalast vorgestellt, Premiere der Show ist in Bremerhaven. Im März wird in Berlin eine zweijährige Ausstellung Udos Bilder eröffnet. Der Film Atlantic Affairs – Sterne, Die Nie Untergehen wird am 3. November in der ARD ausgestrahlt. In der St. Jacobi Kirche Hamburg werden weitere Werke Udos gezeigt, und zwar der Bilderzyklus Die Zehn Gebote.

2003 erscheint Panikpräsident. Damit feiern Lindi und sein Panikorchester 30-jähriges Jubiläum. Die Atlantic Affairs-Tour führt nicht nur durch ganz Deutschland, auch in Peking und Shanghai stehen Konzerte auf dem Programm. Zum Tag der Deutschen Einheit fährt sogar endlich Udos Sonderzug, allerdings nicht nach Pankow. Er düst von Berlin nach Magdeburg, bunt nach Likörelleart bemalt und mit 13 Waggons. Auf dem Domplatz findet als Höhepunkt des Spektakels ein großes Konzert statt. Mit von der Partie sind Eric Burdon, Die Prinzen, Nina Hagen, Nena, Ben Becker und Peter Maffay.

2004 ist die große Tour Aufmarsch Der Giganten angesagt. Im Gepäck hat Udo viele Superstars wie Nina Hagen, Eric Burdon, Peter Maffay und mehr. Auch China ist wieder auf dem Reiseplan. Im Frühjahr trennt sich der Musiker von der Plattenfirma BMG. Am 20. Juli wird in seiner Heimatstadt Gronau das erste deutsche Rock’n Popmuseum eröffnet, das durch seine Initiative und die einiger alter Freunde entstand. Der Platz vor dem Museum trägt seitdem den Namen Udo- Lindenberg-Platz. "Es ist unheimlich geil, das dass zu meinen Lebzeiten noch passiert. Da hab’ ich nämlich noch was davon!" freut sich Udo, sichtlich stolz beim Konzert Zeitmaschine Gronau an diesem Abend.

2005, „Atlantic Affairs“ gastiert im Münchener Residenz Theater und in der Hamburgischen Staatsoper.
Verleihung des Friedens- und Kulturpreises der Villa Ichon.
Ausstellungen in Bonn (Palais Schaumburg und Haus der Geschichte). Im Mai erschient der Kunstbildband „Das Lindenwerk“.
Im Dezember eine große Ausstellung der Galerie Walentowski in Werl mit Udos Werken.

Am 28. März 2008 erscheint das Album "Stark wie Zwei", das wochenlang an der Spitze der Album-Charts steht und binnen kürzester Zeit Platin-Status und Triple-Gold erreicht. Single-Auskopplungen und Video-Clips von "Wenn du durchhängst", "Ganz anders feat. Jan Delay", "Mein Ding" und "Was hat die Zeit mit uns gemacht". Im Herbst ausverkaufte Deutschland-Tournee durch 20 Städte, Produktion einer Live-Doppel-CD und Live-DVD, welche nach zwei Wochen Goldstatus erreicht. Das "Lindenwerk" erscheint in neuer, limitierter und handsignierter Auflage.

Panikrocker Lindenberg, der bereits vor 17 Jahren für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde, bekommt erneut den Echo verliehen - diesmal als "Bester Künstler national". Das Album "Stark wie Zwei" erreicht mit über 400.000 verkauften Exemplaren Doppelplatin, der von ihm erfundene Song-Wettbewerb "Panikpreis" wird unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Köhler als "Ort im Land der Ideen" ausgezeichnet, für sein erfolgreiches Live-Comeback erhält Udo L. den LEA-Award, für sein Engagement den B.Z.-Kulturpreis und die "Goldene Kamera" fürs Lebenswerk.

Er nimmt an einigen Benefiz-Galas teil und seine Bilder und Likörelle werden in verschiedenen Ausstellungen gezeigt, unter anderem im Schloss Neuhardenberg unter dem Titel "Grand Hotel Abgrund. Dichter und Dichtung im Hotel", wofür das Spitzwegstübchen-Atelier originalgetreu nachgebaut wurde.

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) hat den Verdienstorden des Landes NRW an Udo Lindenberg "für außerordentliche Verdienste für die Allgemeinheit" vergeben.

20 Jahre nach der Wiedervereinigung nimmt der Sänger, der einst Erich Honecker eine Lederjacke schenkte, seine East-Side-Story in Form eines Musicals in Angriff. Die Proben beginnen im November in Berlin. Im Hamburger Panoptikum wird er als Wachsfigur verewigt. Die Live-DVD der "Stark wie Zwei"-Tour erreicht Platinstatus.

Für seine Idee zum "Rock-Liner" auf der "Mein Schiff" von TUI Cruises erhält Udo L. den Kreuzfahrt Guide Award auf der ITB. Der Songwettbewerb "Panikpreis" wird von der Udo Lindenberg Stiftung ausgeschrieben, das Finale findet als "Hermann-Hesse-Festival" in Tübingen statt.

Der erste Rockliner sticht in See: Die Tour geht von Hamburg nach Dover bzw. London und ist nach wenigen Tagen ausgebucht; an Bord sind außer dem Panikorchester Nina Hagen und Jan Delay. Benefizkonzerte und Aktionen zur Unterstützung von Hilfsprojekten ziehen sich durch das Jahr 2010, unter anderem für Afrika, Pakistan und Haiti.

Der Rockliner 2 legt ab, diesmal von Kiel nach Oslo und Kopenhagen, an Bord das Erfolgs-Duo Ich&Ich. Reinhold Beckmann stellt seinen Dokumentarfilm "Die Akte Lindenberg" vor.

Der Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache wird Udo Lindenberg als "einflussreichstem und erfolgreichstem deutschen Rockmusiker der letzten 40 Jahre" zugesprochen, da seine Lieder die deutschsprachige Rockmusik geprägt und gezeigt haben, dass Rockmusik in deutscher Sprache erfolgreich sein kann. Das Bundesfinanzministerium bringt zwei Sonderbriefmarken heraus, die die Lindenbergschen Gemälde "Sonderzug nach Pankow" und "Andrea Doria" abbilden.

Die erste Auflage des Fotobands "Udo Lindenberg: Stark wie zwei 2007 - 2010. Fotografien von Tine Acke" erscheint und ist innerhalb von einer Woche ausverkauft. Zum Mauerfall-Jubiläum ruft der "Sänger der Wiedervereinigung" die Bunte Republik Deutschland aus, Bundespräsident Wulff feiert mit. Für sein Lebenswerk wird dem Kultrocker als "Pionier der Popkultur" der Medienpreis "Bambi" verliehen.

Am 13.01.2011 hat das Musical "Hinterm Horizont" in Berlin Premiere. Ein Musical über Wiedervereinigung und dem legendären Mädchen aus Ostberlin.

Am 3. Juni 2011 absolvierte Udo Lindenberg zudem im Hamburger Kampnagel ein über dreistündiges MTV-unplugged-Konzert. Das entsprechende Album MTV Unplugged – Live aus dem Hotel Atlantic wurde bereits nach drei Monaten mit fünffach Gold ausgezeichnet für 500.000 verkaufte Einheiten, später mit dreifach Platin für 600.000 verkaufte CDs. Mittlerweile wurde es über eine Million mal verkauft.

In der Wetten, dass..?-Sendung vom 5. November 2011 sang er zusammen mit Clueso und den Sendungsgästen eine umgeschriebene Version des Songs Mein Ding zu Ehren von Thomas Gottschalk.

Auf Jagdschloss Augustusburg bei Chemnitz war vom 18. August bis 11. November 2012 die von Lindenbergs Freund und Kurator Manfred Besser gestaltete Ausstellung „Udo. Die Ausstellung“ zu sehen. Sie war dem Gesamtwerk des Musikers und Künstlers Udo Lindenberg gewidmet und zeigte in vierzehn Räumen mehr als 500 Exponate von Lindenberg. Zuvor war die Ausstellung auf Schloss Neuhardenberg und im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg zu Gast.

Nach 2010 veranstaltete die Reederei TUI Cruises 2014 mit Udo Lindenberg ein drittes Mal eine „Rockliner“ betitelte Kurzkreuzfahrt, auf der er mit Gästen auftrat.

Im Juni 2014 gab Lindenberg in Düsseldorf und in Leipzig jeweils zwei ausverkaufte Stadion-Konzerte mit 45.000 Besuchern pro Konzert – es waren die ersten Open-Air-Stadionkonzerte überhaupt in Lindenbergs mehr als 40-jähriger Sängerkarriere.

Die Tournee 2015 geht durch 7 Stadionkonzerte, in Hannover, Berlin und Frankfurt.

Im März 2016 Veröffentlichung des Videos "Durch die schweren Zeiten". Am 29. April dann das Albu "Stärker als die Zeit"