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Panikorchester übt in Mellrichstadt

Über den Höhen vor Mellrichstadt (Lkr. Rhön-Grabfeld) geht die Sonne auf. Vis á vis, in der Mittelschule probt das Schulorchester gerade den Udo-Lindenberg-Klassiker „Hinterm Horizont geht's weiter“.

Die Schule hatte im September aufhorchen lassen, weil sie sich als erste weltweit nach dem „Panikrocker“ benennen will. Seitdem laufen Projekte mit ihm, seiner Musik und seinen Werten im Mittelpunkt. Sie sollen in einem großen Schulfest münden. Auch wenn die Namensverleihung zur Hängepartie wird.

Udo Lindenberg hätte die Besetzung für seine Songs wohl anders gewählt: mehr Gitarren, weniger Bläser. Doch Dirigent Walter Bortolotti muss den hohen Stellenwert von Blasmusik auf dem Lande mit einkalkulieren; die Schüler könnten die klassische Rock-Besetzung nicht abdecken.

 

Der Musiklehrer aus Ostheim vor der Rhön wurde engagiert, um mit der Schulkapelle, durch Lehrer verstärkt, Lindenberg-Lieder einzuüben. Sein „Panikorchester“ besteht aus Trompeten, Posaunen, Querflöten, Klarinetten, dazu Schlagzeug, Bongos, zwei Akustik-Gitarren. „Ein Blasorchester, aufgefüllt mit Tasteninstrumenten und E-Bass“, nennt Bortolotti, selbst Klavier spielend, das.

 

Neue Alben 2016 - Was das Musikjahr bringt Der Sänger Udo Lindenberg soll Namenspate der Mellrichstädter Mittelschule werden. Dazu laufen dort einige Projekte. Foto: Wolfram Kastl,dpa

Über den Höhen vor Mellrichstadt (Lkr. Rhön-Grabfeld) geht die Sonne auf. Vis á vis, in der Mittelschule probt das Schulorchester gerade den Udo-Lindenberg-Klassiker „Hinterm Horizont geht's weiter“.

 

Die Schule hatte im September aufhorchen lassen, weil sie sich als erste weltweit nach dem „Panikrocker“ benennen will. Seitdem laufen Projekte mit ihm, seiner Musik und seinen Werten im Mittelpunkt. Sie sollen in einem großen Schulfest münden. Auch wenn die Namensverleihung zur Hängepartie wird.

 

Udo Lindenberg hätte die Besetzung für seine Songs wohl anders gewählt: mehr Gitarren, weniger Bläser. Doch Dirigent Walter Bortolotti muss den hohen Stellenwert von Blasmusik auf dem Lande mit einkalkulieren; die Schüler könnten die klassische Rock-Besetzung nicht abdecken.

 

Der Musiklehrer aus Ostheim vor der Rhön wurde engagiert, um mit der Schulkapelle, durch Lehrer verstärkt, Lindenberg-Lieder einzuüben. Sein „Panikorchester“ besteht aus Trompeten, Posaunen, Querflöten, Klarinetten, dazu Schlagzeug, Bongos, zwei Akustik-Gitarren. „Ein Blasorchester, aufgefüllt mit Tasteninstrumenten und E-Bass“, nennt Bortolotti, selbst Klavier spielend, das.

 

 

 

Vier Lieder von Udo Lindenberg wird die Kapelle zum Schulfest am 15. und 16. März in der städtischen Oskar-Herbig-Halle beitragen, dazu zwei in kleinerer Besetzung. Die restlichen der insgesamt zwölf Programmpunkte bestreiten zwei Tanzgruppen, der Schulchor und das Lindenberg-Theaterprojekt.

Was denkt ihr euch dabei?

Ideengeber Achim Libischer ist es nicht so wichtig, die Songs seines Idols eins zu eins auf die Bühne zu bringen. Mit dem Schulfest verfolgt der Konrektor ein anderes Ziel. Als bekannt wurde, dass Udo Lindenberg Namenspate werden solle, habe es nur zwei Reaktionen gegeben. Die eine Fraktion: Genauso muss das sein in einer modernen Schule. Die andere: Das geht doch nicht. Wie kann man sich so einen Rocker zum Vorbild nehmen. „Niemand hat gefragt: Was denkt ihr euch dabei?“

Udo Lindenberg soll laut Libischer dargestellt werden als Musiker, der als erster brisante Themen wie Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, aber auch Aufrüstung und Krieg aufgriff. Eine Figur und ihre Werte, mit denen man sich identifizieren und über die Integration gelingen könne.

Dazu soll beim Schulfest die Entwicklung Lindenbergs nachgezeichnet werden – mit Schwerpunkt auf seiner Zeit als „Kleiner Junge“ (gleichnamiges Lied, umgeschrieben zum Theaterstück) und der Pubertät. Sie sei für den Musiker auch eine starke Findungsphase gewesen, so Libischer. „Am Ende sollen weit über 100 Kinder auf der Bühne stehen.“

Panikrocker bedankt sich

Libischer und Mitstreiter besuchten kürzlich Udo Lindenberg, sammelten eine Video-Botschaft von ihm ein. In 2:20-Minuten bedankt sich der Panikrocker, Namenspate sein zu dürfen. Und er beschwört die „heilige Individualität“.

Gezeigt wird die Botschaft beim Fest auf jeden Fall. Sie ist auf der neuen Internetpräsenz der Schule abrufbar. Am 28. Januar ging sie online.

Vielleicht passiert am 16. März noch mehr. Achim Libischer: „Wir haben Udo Lindenberg natürlich eingeladen. Er hat viele Termine und offengelassen, ob er kommt. Direkt abgesagt hat er aber nicht.“

Bei der Namensgebung hakt es indes noch. Die Regierung von Unterfranken zögert mit der Genehmigung – offenbar wegen Zweifeln an der Vorbildfunktion des Musikers.

So könnte die Mittelschule in Mellrichstadt aussehen, wenn sie den Namen „Udo-Lindenberg-Schule“ verliehen bekommt. Foto: Montage: Simone Haupt

Walter Bortolotti hat bei seinem Schulorchester „Mein Ding“ aufgerufen – das persönliche Lieblingslied von Florian Schraut aus Brüchs, einem Ortsteil von Fladungen. Udo Lindenberg kannte der Junge vor den Proben nicht; seine Musik mag er jetzt aber. Und wie seine Orchesterkollegen hat er die in den Liedern enthaltenen Wertvorstellungen durchs Spielen mitbekommen.

Flüchtlingskinder gehören der Kapelle nicht an. Obwohl über 40 von ihnen auf der Mittelschule lernen. Bei 429 Schülern an einem der größten Bildungshäuser im Rhön-Grabfeld-Kreis. Laut Libischer spielen sie einfach keine Instrumente. Dafür bereichern sie das Programm in einer Tanzgruppe und über ein Lied.

Die Probe ist vorüber. Die Schüler waren konzentriert dabei. Bortolottis Fazit: „Das klappt gut; es wird ein schöner Auftritt.“

Quelle: Main Post, 26.01.16


 

Udo Lindenberg hat erste Single im Kasten

 

Im Panikjahr 2016 folgen noch Album, Kreuzfahrt und Stadiontour

 

  Sieht's gelassen: Udo Lindenberg

Sieht's gelassen: Udo Lindenberg

Foto: Tine Acke

Neues Jahr, und die Panik-Maschine läuft unter Volldampf. Udo Lindenberg hat den ersten Song für sein kommendes Album im Kasten.

„Jetzt geht's in den Endspurt, liebe Paniker“, sagt er. „Die Nachtigall singt die erste Single der neuen Panikplatte ein, die zu einem (noch) unbekannten Zeitpunkt erscheinen wird… pssst.“

Seit Monaten arbeitet er bereits an dem Nachfolge-Werk zum 2008er Megaerfolg „Stark wie zwei“. Es soll im Frühjahr im Vorfeld seiner Stadion- und Arenen-Tournee erscheinen.

„Grüße von den Flexibelbetrieben“, sagt Udo. Läuft bei ihm. Danach beginnen die Festspiele rund um seinen 70. Geburtstag am 17. Mai.

Das sind die nächsten Udo-Pläne:

Einweihung des Lindenberg-Denkmals mit Open-Air-Konzert am 16. Mai

Gronau - 

„Udo kommt!“ Jetzt ist es amtlich: Das überlebensgroße Denkmal, das eine Gruppe von Gronauer Privatleuten ihrem Idol Udo Lindenberg errichten will, nimmt Formen an. Zwar wird das endgültige Aussehen der Figur von den „Gronauten“ noch geheim gehalten, aber der Meister selbst hat den Entwurf gesehen und für gut befunden. Und: „Er hat sein Kommen signalisiert“, freut sich Günter „Max“ Morlock, Initiator und treibende Kraft des Projekts.

Fußballheld Friedrich trifft Panikpräsident Lindenberg

Los Angeles – Fußballheld trifft Panikpräsident.

In Kalifornien liefen sich Arne Friedrich (35) und Udo Lindenberg (68) über den Weg.

Kurzes Foto, der Ex-Nationalspieler schreibt: „Schöner Abend in L.A. Wie klein die Welt ist.“

Foto: U.Lindenberg

Friedrich ist seit den Feiertagen in den Staaten unterwegs, traf Freunde wie Kicker Daniel Paladini und Jürgen Klinsmann.

Lindi ist mit Benjamin von Stuckrad-Barre auf gemeinsamem Kalifornien-Trip.

Quelle: bild, 15.01.15

25 Jahre Einheit '90 / Panische Zeiten! Udo Lindenberg rockt den Osten

Leipzig (ots) - Die Dokumentation zeichnet ein vielschichtiges Bild des Menschen und Künstlers Udo Lindenberg. Zu Wort kommen Konzertbesucher und Fans ebenso, wie musikalische Weggefährten - z. B. Clueso, Silbermond, Sebastian Krumbiegel und Anna Loos. Das MDR FERNSEHEN sendet den 90-Minüter am 11. Januar, 20.15 Uhr.

Keine zwei Monate nach dem Mauerfall startet am 6. Januar 1990 in Suhl die erste DDR-Tournee von Udo Lindenberg. Als der Rocksänger sein Thüringer Publikum mit "Hallo Suhl!" begrüßt, kennt der Jubel in der "Stadthalle der Freundschaft" keine Grenzen mehr. 3000 Fans sind gekommen, um den Panik-Rocker leibhaftig zu erleben. Viele haben Jahre auf diesen Moment gewartet. Sie erleben diese Konzerte als einen wahrgewordenen Traum.

Panik-Rocker stellte Musical-Projekt mit Schülern vor

 

Lindenberg schwärmt: „Die Herzlichkeit hier ist wirklich geil“

Leipzig – Echte Rocker paffen in der nagelneuen Stadtbibliothek Zigarre und schaffen es trotzdem, dass ihnen eine Stadt (inklusive Bürgermeister) zu Füßen liegt.

 

Udo Lindenberg (66) auf Kurzbesuch in Leipzig. Seine leidenschaftliche Mission: Schülern von heute noch einmal die DDR-Vergangenheit vor Augen zu führen. An der Helmholtz- und 56. Mittelschule läuft derzeit ein Pilotprojekt, in dem 80 Teenager das Udo-Musical „Mädchen aus Ostberlin“ spielen.

Und ganz nebenbei machte der Musiker unserer Stadt am Donnerstag eine typisch lindenbergsche Liebeserklärung: „Die Leute in Leipzig sind super sensibel und gehen trotzdem bei meinen Konzerten ab wie Zäpfchen“, schnurrte er ins Mikrofon, „Die Herzlichkeit hier ist wirklich geil. Und wir haben eine gemeinsame Vergangenheit. Ich komme immer gerne her in diese super Stadt. Alles absolut der Hammer!“

Mit auf der Udo-Bühne: Dr. Wendelin Wiedeking, Ex-Porsche-Chef und finanzieller Unterstützer des Schulprojekts, die echten Musical-Darsteller Josephin Busch und Michael Eisenberger sowie Schuldezernent Prof. Thomas Fabian.

 

Der Bürgermeister: „Udo, ich bin heute in einer Doppelrolle hier. Denn ich bin auch ein riesiger Fan!“ Gemeinsam posierten die beiden dann noch schnell für ein Erinnerungsfoto.

 

Schüler weg, Termin vorbei, Zigarre an! Die Bibliothekarinnen kicherten, Udo zog seinen Hut ins Gesicht, nickte und ließ eine Qualmwolke im Treppenhaus stehen. Die Stadtbibliothek darf sich als gerockt betrachten.

Quelle: Bild, 25.01.2013

Panik-Rocker stellte Musical-Projekt mit Schülern vor

 

Lindenberg schwärmt: „Die Herzlichkeit hier ist wirklich geil“

Leipzig – Echte Rocker paffen in der nagelneuen Stadtbibliothek Zigarre und schaffen es trotzdem, dass ihnen eine Stadt (inklusive Bürgermeister) zu Füßen liegt.

 

Udo Lindenberg (66) auf Kurzbesuch in Leipzig. Seine leidenschaftliche Mission: Schülern von heute noch einmal die DDR-Vergangenheit vor Augen zu führen. An der Helmholtz- und 56. Mittelschule läuft derzeit ein Pilotprojekt, in dem 80 Teenager das Udo-Musical „Mädchen aus Ostberlin“ spielen.

Und ganz nebenbei machte der Musiker unserer Stadt am Donnerstag eine typisch lindenbergsche Liebeserklärung: „Die Leute in Leipzig sind super sensibel und gehen trotzdem bei meinen Konzerten ab wie Zäpfchen“, schnurrte er ins Mikrofon, „Die Herzlichkeit hier ist wirklich geil. Und wir haben eine gemeinsame Vergangenheit. Ich komme immer gerne her in diese super Stadt. Alles absolut der Hammer!“

Mit auf der Udo-Bühne: Dr. Wendelin Wiedeking, Ex-Porsche-Chef und finanzieller Unterstützer des Schulprojekts, die echten Musical-Darsteller Josephin Busch und Michael Eisenberger sowie Schuldezernent Prof. Thomas Fabian.

 

Der Bürgermeister: „Udo, ich bin heute in einer Doppelrolle hier. Denn ich bin auch ein riesiger Fan!“ Gemeinsam posierten die beiden dann noch schnell für ein Erinnerungsfoto.

 

Schüler weg, Termin vorbei, Zigarre an! Die Bibliothekarinnen kicherten, Udo zog seinen Hut ins Gesicht, nickte und ließ eine Qualmwolke im Treppenhaus stehen. Die Stadtbibliothek darf sich als gerockt betrachten.

Quelle: Bild, 25.01.2013

Josephin Busch geht mit Udo Lindenberg auf Tournee

Josephin Busch, die Hauptdarstellerin aus "Hinterm Horizont", geht ab März 2012 mit Udo Lindenberg auf Tournee. Lindenberg, der die Tournee zurzeit mit seinem Team in den USA vorbereitet, wird mit seinem neuen Programm "Ich mach mein Ding" in 15 Städten gastieren. Busch wird dabei gemeinsam mit dem Panikrocker auftreten und das Ost-West-Musical vertreten. "Hinterm Horizont" läuft seit Januar 2011 im Theater am Potsdamer Platz in Berlin, wo Josephin Busch das Mädchen aus Ost-Berlin spielt.

Quelle: Thatsmusical, 28.01.12

Musiker, Maler, Mensch

Kurator Manfred Besser freut sich über den Erfolg der Hamburger Lindenberg-Ausstellung

Hamburg. Am Anfang waren es "Udogramme", Frauen und Männer mit Hut, hingeworfen auf Papier mit schnellem Strich und fröhlicher Farbe. Das war 1995. Seither hat der Rockmusiker Udo Lindenberg ein malerisches Werk geschaffen, das vor nichts und niemand Halt macht. Die Malerei hat den 65-Jährigen durch musikalische Flautezeiten getragen, und jetzt, wo Lindenberg so wertvoll ist wie nie, ist natürlich auch die Bilderwelt gefragt. Der ganze Udo, der Maler, der Musiker und der Mensch, ist Thema einer laufenden Ausstellung im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe. 15 000 Besucher kamen bereits, "das ist richtig rasant", heißt es aus der Pressestelle des Museums, und schon jetzt gilt als sicher, dass "Udo. Die Ausstellung" länger laufen wird als bis zum zunächst vereinbarten Schlusstermin 11. März.

Lindenberg kreuzfahrtet zurzeit durch die Karibik, am 10. März geht er auf eine neue, so gut wie ausverkaufte Tournee, die in den großen Hallen der Republik Station macht. Lindenbergs aktuelles Album "MTV Unplugged - Live aus dem Hotel Atlantic" verkauft sich wie geschnitten Brot, und sein Song "Cello" aus dem "Andrea Doria"-Jahr 1973 läuft in der Neufassung mit Clueso mindestens stündlich im Radio. Damit nicht genug: Das Lindenberg-Musical "Hinterm Horizont" füllt achtmal pro Woche das Theater am Potsdamer Platz - mit 1800 Plätzen eine der größten Bühnen in Deutschland. Kein Musical sammelt aktuell mehr Publikum ein als die Geschichte, die sich um den gesamtdeutschen Udo rankt.

 

Die Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe fußt auf einer Präsentation, die bereits auf Schloss Neuhardenberg zu sehen war. Kuratoren sind der in Hamburg und Ellringen lebende Künstler Manfred Besser und Caroline Gille. Die aus Lüneburg stammende Kuratorin ist für das Kulturprogramm der Stiftung Schloss Neuhardenberg zuständig. Manfred Besser zählt zum engen Kreis um Lindenberg, er hat dem Musiker den Weg in die Malerei geebnet und kennt sich wie kein anderer im kaum noch überschaubaren "Lindenwerk" aus.

 

Besser hat schon viele Ausstellungen für Lindenberg eingerichtet. Dieses sei seine schwerste gewesen, sagt er, weil sich die Vorstellungen von Museumsmachern und Rockmusikern nicht von vornherein decken. Musik, Filme, Interviews gehören nun zur Ausstellung, harte Fans könnten dort glatt zwei Tage verbringen, meint Besser. Tatsächlich lässt sich viel von Udo Lindenbergs assoziativer Arbeitsweise und seinem Strom an Ideen erahnen - Textfetzen auf Bierdeckel, Hotelzettel und eine Serie von zugeschriebenen und bekritzelten Schreibtischunterlagen laden zum Entziffern ein.

 

LP-Cover führen durch die Karriere des Musikers, Tourjacken, ein "Lindenflipper" und immer wieder seine Malerei füllen eine ganze Flucht des Museums. Zu den skurrilen Ausstellungsstücken zählt das Schlagzeug, das beim Trommeln zur Farbpistole wird - (un)passenderweise Ejakulator genannt.

 

Lindenberg, der Wahlhamburger, ist seit Jahren dabei, zu prüfen, wo und wie er sein Schaffen auf Dauer erhalten kann, als eine Art kreative Akademie. Hamburgs Chefhanseaten sollten sich dazu etwas einfallen lassen, wenn sie es denn interessant finden. Die nächste große Ausstellung wird wohl in Berlin zu sehen sein, Gespräche laufen. Und von Berlin fühlt sich Hamburgs prominenter Hoteldauerbewohner zunehmend angezogen.

Quelle: LZ, 17.01.12

Lindenberg spricht über seine Stasi-Akte

Der Panik-Rocker über die Stasi. "Diese Schnüffelhunde konnten mich und meine Mädchen nie kriegen"

Ein Meter dick sei seine Stasi-Akte, sagt Udo Lindenberg (65), 1615 Spitzel überwachten den Panikrocker allein bei seinem ersten und einzigen Konzert in der DDR am 25. Oktober 1983, als nur Blauhemden im Publikum saßen und die echten Fans draußen bleiben und sich mit den Sicherheitskräften anlegen mussten. „Ich habe das leider nicht gewusst und erst während und nach dem Konzert gemerkt“, sagt Lindenberg zur B.Z., „aber die Ganoven, sie waren da drüben überall.“ Was an diesem Abend nicht half, Udo entwischte ihnen in einem günstigen Augenblick nach dem Konzert und landete auf den Schultern seiner jubelnden Fans, rief „Keine Panik!“ und versprach, bald vor ihnen zu singen.

 

Bereits 1974 hatte Lindenberg nach seinen Auftrittsmöglichkeiten in der DDR angefragt, was in seiner Stasi-Akte genau nachzulesen ist und am 9. Februar 1983 folgendermaßen festgehalten und bewertet wurde: "Da ihm dies nicht gewährt wurde, bezeichnete er gegenüber westlichen Massenmedien die DDR als ‚Deutsche Desillusionsrepublik in Sachen Kulturaustausch’". Wenige Zeilen weiter unten heißt es: "Das z.B. von Massenmedien der BRD publizierte Lied von LINDENBERG 'Sonderzug nach Pankow' stellt eine Diffamierung des Generalsekretärs der SED sowie der Kulturpolitik der SED dar."

 

Auch die Textzeile seines Liedes „Sonderzug nach Pankow“, in der er über „Honni“ singt:

 

„Du ziehst dir doch heimlich auch gerne mal die Lederjacke an und schließt dich ein auf’m Klo und hörst West-Radio“

 

wurde in der Stasi-Akte bierernst kommentiert mit: "dass es unser Staatsratsvorsitzender nicht nötig habe, sich auf der Toilette einzuschließen und sich eine Lederjacke anzuziehen."

 

Als Lindenberg vor 16 Jahren zum ersten Mal seine Stasi-Akte las, sah er sowohl die Tragik dieses Spitzeltums und musste „erst mal mit Eierlikör gurgeln und ausatmen“, und dann aber lachen: „Dieses Tragische hat ja auch etwas so abartig Komisches, und es war hochamüsant für mich, natürlich nur im Nachhinein, was und wie da jede Kleinigkeit präzise von so irre vielen Menschen notiert wurde. Was ich zum Beispiel für Klamotten trug, oder die Toiletten-Honni-Sache, das ist so grotesk.“ Am 2. Oktober 1987 wurde zum Beispiel in die Akte eingetragen: "Zur Person: äußere Erscheinung ist geprägt durch eine typische, fast standardisierte Kleidung (Filzhut, Röhrenhosen aus Gummi, Halbstiefel und T-Shirts – meist schwarzfarben) und durch eine bewusst fläzige und lässige Gestik."

 

„Gummi! Mensch, Jungs, das war Leder!“, sagt Udo und erinnert sich aber eben nicht nur an das „lachende Auge“. Im B.Z.-Gespräch sagt er: „Ich, der West-Berliner, war ja irgendwann wieder weg. Aber die Leute, die in der damaligen DDR lebten, normal leben und also auch mal querdenken wollten, für die war das die Hölle. Und damit meine ich nicht nur Inhaftierungen, es gab ja auch Folter, die waren so unter Druck, konnten ja kaum noch atmen, und mit denen habe ich sofort mitgefühlt und -gelitten, und da kam das weinende Auge durch.“

 

Und dabei denkt er natürlich auch an sein „Mädchen aus Ost-Berlin“, das bis heute geheim bleiben möchte. Sie begab sich Mitte der 80er über viele Monate in die Gefahr, sich mit dem für das DDR-Regime unbequemen Udo Lindenberg zu treffen. Lindenberg: „Ihre Eltern waren streng auf Linie, und so versuchten wir uns stets supergeheim zu treffen, was manchmal geklappt hat, nicht immer. Aber wenn, dann haben wir den Traum gelebt vom Zusammensein, von Freiheit. Und das hat die da drüben natürlich gewurmt, weil sie nie etwas Genaueres wussten. Sie waren schwer hinter mir her, ich stand unter wahnsinniger Beobachtung in Ost-Berlin.“

 

Viele Lügen, Erfindungen, aber auch Wahrheiten, Details, auch über Freunde und Frauen musste Udo in seiner Akte nachlesen: „Diese Schnüffelhunde konnten mich und mein Mädchen aber Gott sei Dank nie kriegen. Da war ich eben doch einen Zacken schneller. Länger geschlafen, und trotzdem früher aufgestanden sein, hihi, hoho.“

 

„Wir wollen doch einfach nur zusammen sein“, dichtete Lindenberg im Jahr 1973 und besang wohl nicht nur seine junge Liebe, sondern auch die Sehnsucht nach Wiedervereinigung. „Das hat denen nicht gepasst, logisch, und dass die mir nicht passten, haben die auch gemerkt, logisch. Und dann gab’s zur Strafe die böse Akte“, so Udo. Und jetzt seit genau einem Jahr: das große Lindenberg-Musical „Hinterm Horizont“, mit bereits 500.000 Besuchern. Lindenberg: „Das kann sich der Honni jetzt mal schön ausm Himmel angucken.“

Quelle: BZ, 15.01.12