Blue Flower


Udo Lindenberg stellte neues Album in Berlin und Hamburg vor

Warner Music und DolceRita Recordings hatten insgesamt 160 Medienpartner aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu Listening Sessions nach Hamburg und Berlin eingeladen, wo diese erstmals Songs vom kommenden Studioalbum von Udo Lindenberg hören konnten. "Stärker als die Zeit", die erste Studioarbeit seit "Stark wie zwei" aus dem Jahr 2008, erscheint am 29. April 2016.

Foto: Tine Acke (Präsentierten das Album in Berlin (von links): Steffen Müller (Managing Director Warner Music Entertainment), Rita Flügge-Timm (Director DolceRita Recordings), Udo Lindenberg, Hans-Otto Villwock (Head of Catalogue Marketing Warner Music), Doreen Schimk (Director Promotion & Coordination) und Jennifer Belger (Creative Manager DolceRita Recordings)
Foto Tine Acke

Udo Lindenberg - Das Leben. Die Show.

Ein Film von Falko Korth

Der Hut, die Zigarre, der tänzelnde Gang. Es gibt nicht viele Künstler, die an ihrer Silhouette zu erkennen sind. Udo Lindenberg hat sein Leben lang hart an seiner Karriere gearbeitet. Manchmal nahe am Abgrund, strauchelnden Schrittes, nicht immer zielsicher. Er hat Lieder geschrieben, die uns berühren, manche für die Ewigkeit.
Er hat Worte und Gestalten erfunden, die es vor ihm nie gab. Er hat unser Leben begleitet und bereichert. Ein Stehaufmännchen, ein Wanderer, ein Suchender. Und einer, der sich immer einmischt und den Mund öffnet, wenn andere schweigen. Udo Lindenbergs Verdienste sind unbestritten. Sein Ruf als Pionier der deutschen Rockmusik ist längst gesichert. 50 harte Rockerjahre liegen hinter ihm. Und nach eigener Aussage will er noch mindestens zwei Jahrzehnte auf der Bühne stehen. Und nun? Nun wird Udo Lindenberg 70. Und die ARD nimmt dies zum Anlass, ihm eine Dokumentation zu widmen. Herausgekommen ist ein Film, der versucht, dem Phänomen Lindenberg auf die Spur zu kommen, indem er den Menschen Lindenberg in den Mittelpunkt rückt.

Schwere Zeiten kann man überstehen

Ende April übergibt Udo Lindenberg allen Müden und Beladenen ein neues Kraftpaket. Sein nächstes Album trägt den Titel "Stärker als die Zeit" und steht für die Unverwüstbarkeit des Multitalents.

Seine Karriere ist lang, die Liste der veröffentlichten Alben auch. Leicht war es trotzdem nicht immer für Udo Lindenberg. Wer verbringt sein Leben schon wie auf Wolke sieben und muss sich niemals durchboxen? Die Kunst besteht darin, sich vom Leben nicht die Lust rauben zu lassen. Wer Immer die richtige Portion Optimismus an den Tag legt, daran glaubt, dass es weiter geht hinterm Horizont, dass man sein Ding durchziehen kann, wenn man es wirklich versucht, der stellt irgendwann fest, dass er es auch durch die schweren Zeiten schaffen kann. Udo Lindenberg hat das richtige Feeling derlei Lebensweisheiten cool zu vertonen und damit Zigtausenden aus der Seele zu singen. Den Beweis tritt der Wahlhamburger gerade mit seinem Song "Durch die schweren Zeiten" an, zu dem bereits ein passendes Video existiert.

Udo Lindenberg wettert gegen Flüchtlingsgegner

Panikrocker Udo Lindenberg zeigt kein Verständnis für all jene, die in Deutschland Stimmung gegen Flüchtlinge machen. In einem Interview fand der 69-Jährige nun deutliche Worte.

Dem Münchner Merkur sagte Lindenberg "Diese dumpfen Hirntoten, die schreien ,Brennt das Flüchtlingsheim nieder und schickt sie zurück in die Geisterstädte Aleppo und Homs, in den Krieg, in die Hände des IS‘ - das ist eine Schande, dass das ausgerechnet in Deutschland passiert. Ausgerechnet auch im Osten Deutschlands, wo die doch wissen müssen, wie es ist, mit Unterdrückung, Repressalien und Diktatur leben zu müssen. Das ist sehr, sehr traurig, das zu sehen."

Lindenberg unterstützt den Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Flüchtlingspolitik: "Das halte ich für den einzig richtigen Weg.“ Natürlich sei die Lage vielschichtig  und schnelle Antworten könne niemand geben. Doch der Rocker ist überzeugt: "Es gibt keinen anderen Weg. Man muss es mit Europa hinkriegen - in jedem Fall."

Quelle: focus-online, 09.03.16

Udo Lindenberg wird in diesem Jahr 70 und bringt nach langer Pause mal wieder ein Album raus

Als ordentlicher Rockstar ist spätestens mit 50 Feierabend, war Udo Lindenberg früher überzeugt. Bald wird er 70 - und bringt ein Album raus.

Diese Abstinenz hat Udo Lindenberg acht Jahre lang durchgehalten: 2008 feierte der Rockstar mit "Stark wie Zwei" sein Erfolgscomeback, landete den ersten Nummer-Eins-Hit seiner jahrzehntelangen Karriere, tourte durch die großen Hallen, brachte ein eigenes Musical in Berlin auf die Bühne und große Rockrevuen in Stadien. Neuen Stoff aus dem Studio aber lieferte der Musiker kaum.

Auf dem "Rock-Olymp" sei die Zeit knapp geworden, sagt Lindenberg. Doch just bevor der Panikrocker im Mai dieses Jahres 70 Jahre alt wird will er es krachen lassen. Sein neues Album "Stärker als die Zeit" erscheint im April, das erste Lied daraus - die Single "Durch die schweren Zeiten" - heute.

Nach Alkoholabstürzen und musikalischen Durststrecken, oft nur noch belächelt bis bemitleidet, dann noch einmal gelobt und gefeiert zurückzukehren - das habe den Druck und die Zahl der schlaflosen Nächte vor einem neuen Album ziemlich erhöht, sagt der Sänger. "Da geht es mir wie einem Stabhochspringer, der muss auch immer wieder mindestens genauso hoch auf der Messlatte, wenn nicht noch höher." Doch irgendwann habe er gemerkt: "Okay, ich bin jetzt ready für 'ne neue Platte."

Udo hat 'ne neue „Bodyguardine“

Cooler Blick, sexy Styling – die schöne Unbekannte weicht Sänger Udo Lindenberg (68) nicht von der Seite, scannt das Umfeld, bahnt ihm einen Weg durch die Menge. Wer ist das nur, fragten sich viele Beobachter in letzter Zeit. Erst vergangene Woche sah man beide beim Konzert im „Sonderzug nach Pankow“ und bei der „Echo“-Verleihung zusammen rumhängen. Jetzt wird klar: Sie ist die neue Beschützerin des Panik-Präsidenten.

Tänzerin Zena (29) macht nämlich nicht nur bei Udo auf der Bühne eine gute Figur, sie hat auch einen ordentlichen Wumms drauf, kann kickboxen. Den Job, den Eddy Kante 33 Jahre lang erledigte, macht jetzt die 1,74-Meter-Gazelle aus Düsseldorf. „Wer mich angreift, hat ruck, zuck ’nen Fuß am Kinn“, sagt „Lindi“ über die Neue an seiner Seite. Er nennt sie übrigens liebevoll seine „Bodyguardine“.

Udo Lindenberg (68) und seine „Bodyguardine“ Zena (29). Die durchtrainierte 1,74-Meter-Frau passt auf, dass dem Panik-Rocker nichts passiert. Foto: STAR PRESS / OLIVER WALTERSCHEID

Foto: STAR PRESS / OLIVER WALTERSCHEID

Die Tochter kongolesisch-nigerianischer Eltern heißt eigentlich Zeinabou und gehört laut „B.Z.“ seit vergangenem Sommer zur Panik-Familie, jobbte früher als Türsteherin und Cheerleaderin. Mit ihren Endlos-Beinen und vollen Lippen würde sie aber auch locker als internationales Topmodel durchgehen. Und vielleicht auch als Udos neue Flamme? Nein, Zena ist zwar sehr schmückend an seiner Seite, verrät aber: „Ich bin Single.“

Die-Freundin-von wäre Zena sicher auch zu langweilig, sie braucht Action. Obwohl: „Bis jetzt war immer alles ganz friedlich. Udos Fans sind wirklich sehr lieb“, so die schlanke Sportlerin.

Quelle: MoPO, 31.03.15

Udo hat die Panikkrone auf

Rock-Musik vor altehrwürdiger Kulisse: Udo Lindenberg trat mit großer Band im Frankfurter Kaisersaal auf - inklusive Eintrag ins Goldene Buch der Stadt. Traditionalisten könnten da schlechte Laune bekommen.

Vor zehn Jahren hätte ein solches Konzert wahrscheinlich noch zu Debatten geführt. Udo Lindenberg mit großer Rockband im Kaisersaal? Ist das nicht unpassend für den altehrwürdigen getäfelten Raum? Der Magistratssitzungssaal als Backstagezone für Rock-Musiker?

Im Jahr 2015 geht das. Es gibt erstmals einen Frankfurter Oberbürgermeister, der jünger ist als der Sänger aus Hamburg. Peter Feldmann hat Lindenberg eingeladen, sich ins Goldene Buch der Stadt einzutragen. Der tut das mit der ihm eigenen Mischung aus Entrücktheit und Lässigkeit. Er ergänzt seine Unterschrift um eines seiner Selbstporträts, die ihn mit Schlapphut im Profil zeigen. Keine Frage, der Mann ist ein Zeichentalent.

Durchaus respektvoll

Traditionalisten könnten dennoch schlechte Laune bekommen. Das Ganze ist eine einzige PR-Inszenierung. Hinter dem Tisch mit dem Goldenen Buch ist eine Stellwand mit den Logos von hr1 aufgebaut. Während seines anderthalbstündigen Konzerts, das am 27. April in ebendiesem demokratieabgabenfinanzierten Sender gesendet werden wird, weist Lindenberg geradezu penetrant auf seinen Auftritt in der Commerzbank-Arena irgendwann im Sommer hin. Man wird den Verdacht nicht los, dass der Kartenvorverkauf schwächelt. In Berlin, wo er das Olympiastadion füllen möchte, hat er neulich einen Sonderzug nach Pankow bestiegen und an jeder Station ein Lied genuschelt.

Man kann das Ganze aber auch entspannter betrachten. Der Mann ist schließlich eine Legende. Er hat einige Songs geschrieben, die bleiben werden. Und er bewegt sich im Kaisersaal durchaus mit einem gewissen Respekt vor der historischen Kulisse. Auf die ihm eigene, schnoddrige Art grüßt er zu Beginn des Konzerts die Porträts an der Wand. „Die Kaiser werden bleiben oder sie kündigen“, sagt er voraus. Er bestaunt ihre Kronen, greift sich an seinen Hut und sagt: „Ich habe die Panikkrone auf.“

Er und Band waren gut

Das Publikum besteht aus Hörern des HR, die in irgendeinem Losverfahren aus Tausenden ausgewählt wurden, aus Menschen mit Beziehungen und aus kommunaler Politprominenz. Ein paar Freunde Lindenbergs sind auch gekommen, zum Beispiel der ehemalige Flughafenchef Wilhelm Bender. Wie Lindenberg sich überhaupt gern mit Menschen umgibt. Am Ende stehen 20 Musiker, Sänger und Tänzerinnen mit ihm auf der Bühne. Nicht zu vergessen ein Bodyguard, der ihm wahlweise Nasenspray, geistige Getränke oder Zigarre reicht, eine Bardame und eine Frau von unbestimmten Beruf, die ihm am Ende eine Hutschachtel hinterherträgt.

15 Songs hat er da gespielt, darunter „Alles klar auf der Andrea Doria“, „Hinterm Horizont“ und „Sonderzug nach Pankow“. Er war gut, die Band war gut und gut gelaunt dazu. Man muss das nicht zur Regel machen. Aber ab und zu ein solches Konzert geht in Ordnung, im alterwürdigen Kaisersaal.

Quelle: FAZ, 29.03.15

Udo Lindenberg rockt in der U-Bahn

Eigentlich lässt die BVG im Zug niemand spielen: Udo Lindenberg schon – der wollte nach Pankow.

Da ertönt Musik in der U-Bahn – und ausnahmsweise guckt mal niemand genervt zu Boden. Aber logisch, hier hatte sich ja kein Hobbymusiker in der U-Bahn angekündigt, sondern Udo Lindenberg. Am Mittwochabend hat er ein Sonderkonzert auf der Schiene gegeben und sein seit mehr als 30 Jahren besungenes Lied „Sonderzug nach Pankow“ kurzweilig Realität werden lassen.

„Ein alter Traum wird wahr, das ist eine Vision, die ich schon lange mit mir herumtrage“, spricht Lindenberg ins Mikro. Mit im Zug sitzen Monika und Harald Lazina. „Wir sind mit Udo erwachsen geworden“, sagt der 65-Jährige mit der derben Lederjacke und dem weißen T-Shirt.

„Mal gucken, vielleicht können wir Udo ein Beinchen stellen“, scherzt er. Und das können sie tatsächlich. Die Bahn ist gerammelt voll, Lindenberg und seine Musiker laufen auf und ab – so zumindest der Plan. Tatsächlich bleibt der Trupp oft stehen, weil er nicht durchkommt. Begeisterte Fans sind aufgesprungen und versperren den Durchgang. Wenige Minuten später bleibt nicht nur Lindenberg, sondern gleich der ganze Zug stehen. Eine vorausfahrende Bahn ist defekt und muss aus dem Weg geschafft werden. Udo kümmert das wenig, erst singt er vom Cello, dann von dem Mädchen aus Ostberlin, später auch vom Sonderzug nach Pankow. Zwischendurch schnodderige Ansagen. „Ihr seid doch alle Textsicher“, fragt Udo ins Mikrofon. „Wenn ich in Schleudern komme , dann springt ihr ein.“

Viele Fans warten an der Endstation

Das Kurzkonzert steigt in einem Sonderzug, bestehend aus vier durchgängigen Waggons. „Das ist die kleinste fahrfähige Einheit für den Fahrgastbetrieb“, erklärt Zugführer Thomas Anderweit vor Fahrtbeginn. Aufgeregt, einen so prominenten Gast zu chauffieren, sei er nicht. Während der Fahrt lässt er den Zug langsam durch die Bahnhöfe gleiten, Halts gibt es keine. Draußen stehen einige Fans mit Kameras und knipsen den Sonderzug, die meisten schauen aber irritiert und wundern sich über die Zugdurchfahrt. Der sollte eigentlich gegen 19 Uhr in Pankow ankommen, um 19:30 Uhr fährt er dann ein. An der Endstation warten viele Fans auf den Sänger, doch der muss gleich weiter, zum Clubkonzert im Ballhaus Pankow.

So unterhaltsam das Konzert im Schacht ist, so trist ist bisweilen das Leben von echten U-Bahn-Musikern in der Stadt. Vom Publikum ignoriert und in den Zügen von der BVG unerwünscht, fristen sie ein hartes Dasein. BVG-Sprecherin Petra Reetz erklärt, dass es in allen Zügen der BVG ein striktes Musizierverbot gebe. „Wir müssen als Unternehmen die Sicherheit der Fahrgäste gewährleisten“, sagte Reetz. „Dazu gehört auch, dass sie Ansagen der Stationen gut hörbar sind – denken Sie nur mal an blinde Fahrgäste.“

In den Zügen gilt das Hausrecht der BVG. Wer hier unerlaubt musiziert, wird des Platzes verwiesen. Bei wiederholten Verstößen werden die unbelehrbaren Musikanten angezeigt. Auch das unfreiwillige Publikum – ein Entkommen gibt es ja nicht – freut sich nicht immer über die Gratiskonzerte. Natürlich werden gute Leistungen honoriert, Perlen gibt es auch unter den U-Bahn-Musikern, echte Könner verlassen am Ende des Tages die Waggons mit vollen, verheißungsvoll klimpernden Pappbechern. Das weiß auch die Sprecherin Reetz – das Spielverbot gilt trotzdem für alle.

Musiziererlaubnis in Häppchen

Anders ist das in den Bahnhöfen. Für diese erteilt die BVG Musikgenehmigungen, im Schnitt rund 60 pro Woche. Immer mittwochs können sich die Straßenmusiker eine Musiziererlaubnis für die kommende Woche holen. Die Kosten sind mit 7,20 Euro pro Tag genauso hoch wie ein Tagesticket, auch die An- und Abfahrt zum gewählten Auftrittsort ist von dem Ticket abgedeckt. Insgesamt gibt es 54 ausgewiesene Stellen, an denen die Musiker spielen dürfen. Auch hier ist alles strikt reglementiert, einige Instrumente sind erlaubt, andere nicht – Akustikgitarren sind lieber gesehen als kreischende Verstärker, Fluchtwege müssen freigehalten werden. Zugewiesen bekommen die Musiker die Plätze allerdings nicht, da gebe es einen selbstregulierenden Mechanismus unter den Straßenmusikern, sagt Reetz.

"Keine Panik, euer Udo ist da"

Schlappe 32 Jahre hat es gedauert, aber jetzt steht er bereit: Udo Lindenberg fährt heute in der U2 vom Olympiastadion mit einem "Sonderzug nach Pankow". Die Fahrt ist das Finale der Aktion "Mach' mal ne Ansage" von radioBerlin 88,8 und BVG, bei der Prominente und Berliner Stationen in der U-Bahn ansagen. Vor der Tour ist die "die Nachtigall" im rbb-Interview wie immer ganz cool drauf.

Der Rockmusiker Udo Lindenberg ist am Mittwochnachmittag in Berlin mit einem "Sonderzug nach Pankow" unterwegs. In der U2 fährt der Sänger vom Olympiastadion bis nach Pankow, wo in frühen DDR-Zeiten viele hochrangige Politiker wohnten. Die U-Bahn-Fahrt soll an das berühmte Lied des Sängers erinnern, mit dem er sich 1983 einen Auftritt in Ost-Berlin erspielen wollte. Die Zugfahrt ist der Abschluss der Aktion "Mach' mal ne Ansage": Dabei hatten radioBerlin 88,8 und die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) Prominente und Berliner dafür gewonnen, U-Bahn-Stationen an der Strecke anzusagen. Im Zug will Lindenberg ein improvisiertes Live-Konzert geben.

Udo, vor über dreißig Jahren hast den "Sonderzug nach Pankow" besungen, heute fährt er endlich. Wie fühlst du dich?

Lustig. Eine geile Aktion wird das. Die Band ist gut drauf - alles cool.

Heute Abend gibt es im Ballhaus Pankow noch ein kleines Sonderkonzert. Ist das sowas wie eine Generalprobe für deine Stadion-Tour im Sommer, für das Olympiastadion?

Nein, im Stadion hast du natürlich die riesige Show mit den Fluggeräten, mit 1.000 Quadratmetern LED-Beleuchtung und so weiter. Im Ballhaus siehst du die Band, ganz hautnah. Mit Reizwäsche, 'ne? Ganz nah, eine Intimdarbietung. So ist es hier. Aber die Band ist ja voll da, das volle Brett ist da.

Bei den Proben im Ballhaus sprang auch jemand rum, der im Juli im Olympiastadion auch dabei sein wird. Ein "Special Guest". Willst du verraten, wer?

Zunächst möchte ich einmal die hinreißende Pankowerin nennen, das "Mädchen aus Ostberlin", Josephin Busch. Sie spielt im Musical ["Hinterm Horizont" - die Redaktion] die Hauptrolle. Die habe ich kennen gelernt und die hat mir Pankow auch mal gezeigt. Ich kannte das vorher ja nicht so, es ist ja ein ferner Ort der Sehnsucht. So nah, aber doch so fern für mich, das wisst ihr ja. Ich damals, als VEB-Sänger konnte nicht rüber. [lacht] Josephin singt in dem Musical und bringt das gigantisch rüber. Wir singen auch Duette, also das ist Josephin Busch, die ist dabei. Und ein sehr, sehr lieber Freund an der Trompete, Till Brönner auch. Er ist ein enger Freund unserer Firma, der auch ein großer Komponist ist, abgesehen davon, dass er wie ein Weltmeister in die Trompete pustet. Ein super Freund und Kollege. Lasst uns mal gucken, es wird eine Überraschung.

Ist das Berliner Publikum für dich ein ganz besonderes, anders als in Hamburg?

Nein, das ist auch cool. Hamburger kommen so ein bisschen langsamer in Fahrt. Aber die sind auch cool, also extracool. Erstmal 'n bisschen kieken, ein bisschen kieken. 'Joa, guck'n wir mal.' Das kann ein kleines bisschen dauern, bis die abgehen wie die Zäpfchen. Und in Berlin ist das glaube ich so: Entweder sind sie total dabei, oder sie bleiben sehr, sehr cool. So erleben das viele Bands in Berlin, dass das Publikum hier sehr wählerisch ist. Aber wenn sie was geil finden, dann gehen die ab. Ein Temperament, ein Feuer das ist geradezu sizilianisch. Das ist Temperament!

Im Ballhaus Pankow sind die Berliner richtig nah dran. Ein bisschen näher noch sind sie im "Sonderzug". Wie ist das für dich als U-Bahn-Musiker aufzutreten?

Das kenne ich noch gar nicht, das ist eine jungfreuliche Maßnahme. Haha! Bisher noch nie gemacht. [Udo grüßt mal schnell in die Runde. "Hi Ronnie, alles klar?"]

Das ist das erste Mal, aber wir sind flexibel, Spontifix machen wir das mal, haben wir gesagt. Mal kieken. Da passen nicht alle Instrumente rein, außer die Akkuklampfen, das wird wirklich sehr intim. Das wird richtig mit auf dem Knie sitzen und so. HAHA! Weißte?

Aber jetzt mal ganz ehrlich, du als Panikexperte, hast du wirklich keinerlei Panik davor? Weil du ja gar nicht weißt, wie das wird in der U-Bahn.

Panik hab ich überhaupt gar nicht. Ich freu' mich. Das ist wie ein Abenteuerspielplatz für Spielkinder. Wir gehen da einfach mal hin und dann gucken wir mal.  Wir sind ja dabei und darum kann nichts schiefgehen. Diese direkte Begegnung mit den Leuten ist ein echter Flash. Man kann sich da kurz einen erzählen. Soll 'ne sehr schöne Strecke sein, mit jeder Menge Highlights auf dem Weg vom Olympiastadion nach Pankow. Da spielt man fünf bis sechs Songs und dann schnackt man 'n bisschen. Das wird eine richtige Begegnung und sehr charmant. Finde ich sehr schön.

Das wird ein ganz geiles Jahr: Heute ist hier der Startschuss, an diesem geilen Tag. Prost Leute, keine Panik! Euer Udo. Ich freu mich total.

Das Interview führten die radioBerlin 88,8-Morgenmoderatoren Sarah Zerdick und Djamil Deininger

Der Sonderzug im rbb

Am 25. März 2015 fährt Udo Lindenberg vom U-Bahnhof Olympiastadion (18:15) mit einem BVG-Sonderzug auf der U-Bahnlinie 2 ohne Zwischenstopp zum Endbahnhof nach Pankow (gegen 19:00). Im Zug gibt Udo Lindenberg ein improvisiertes Live-Konzert. Mit dabei ist auch Josephin Busch, die das "Mädchen aus Ost-Berlin" im Lindenberg-Musical "Hinterm Horizont" spielt.

radioBerlin 88,8 berichtet von der Fahrt des Sonderzuges und überträgt das anschließende Konzert aus dem Ballhaus Pankow live. Auch das rbb Fernsehen sendet live von den Geschehnissen rund um den Zug in zibb und in der Abendschau. Ein Bericht vom Konzert im Ballhaus Pankow ist für rbb aktuell um 21.45 Uhr vorgesehen. rbb online begleitet die Zugfahrt mit aktuellen Fotos und einer Reportage.

Am Sonnabend, 28. März 2015, strahlt das rbb Fernsehen um 18.32 Uhr im Rahmen der Reihe "Die rbb Reporter" einen zusammenfassenden Bericht mit exklusiven Bildern aus dem Sonderzug aus.

Lindenberg-Fans wollen ihr Idol unsterblich machen

Gronau - 

Die kleinen Udo-Replikate sind schon geliefert worden, kniehoch ungefähr, alle mit Hut und in limitierter Auflage. Auf die XXL-Ausgabe warten sie in Gronau „quasi jeden Tag“. Und die ist ein richtig dickes Ding.

„Monumental wie ein alter Ägypter“, sagt Günter Morlock: 250 Kilogramm schwer, drei Meter groß. Die Bronzestatue soll Udo Lindenberg, „den größten Rockpoeten, den wir in Deutschland haben“, unsterblich machen. Und ab dem 16. Mai für immer einen Platz in seiner Heimatstadt finden.

Dass ihr Idol ein Denkmal verdient hat, ist für Morlock und sechs weitere Lindenberg-verrückte Mitstreiter vom „Syndikat L“ so sicher wie das Amen in der Kirche. „Beethoven und Mozart haben schließlich auch eins.“ Also machten sich die panikrockinfizierten Gronauer, von denen einige zum Spaß schon mal selbst in die Udo-Rolle schlüpfen, vor fünf Jahren daran, ihrer Idee Leben einzuhauchen. In Hamburg trafen sie den Meister genau da, wo er der Legende nach einen Großteil seiner Nächte verbringt – „in der Raucherlounge des Atlantic-Hotels“. Lindenberg nahm sich stundenlang Zeit, mit ihnen über Gronau, Gott und die Welt zu plaudern. Von der Denkmal-Vision allerdings hielt er wenig.

Es kommen so viele Freunde und Fans – da kann er doch eigentlich nicht anders.

Initiator Günter Morlock hofft, dass Udo Lindenberg seine Statue selbst enthüllt

Morlock und Freunde blieben hartnäckig, trafen ihren Star mehrfach auf „Rockliner“-Kreuzfahrten, bei de­nen er Konzerte auf hoher See gab, und hatten ihn irgendwann davon überzeugt, dass nicht nur große Meister der Klassik, sondern auch Panikrocker in Bronze ein gutes Bild abgeben würden. Jetzt träumen sie sogar davon, dass er am 16. Mai seinen Drei-Meter-Zwilling persönlich enthüllen wird – am Vortag seines 69. Geburtstags. „Die Hotelzimmer haben wir vorsichtshalber schon reserviert“, sagt Morlock. „Es kommen so viele Freunde und Fans – da kann er doch eigentlich nicht anders.“

Insgesamt rechnet das „Syndikat L“, das das Mammut-Projekt privat initiiert und mit Spenden finanziert hat, mit bis zu 4 000 Menschen. Gefeiert werden soll bis Mitternacht – unter anderem mit Live-Musik vom „Vize Udo“, ei­nem Lindenberg-Double. Zudem sind „die Ministerpräsidentin und der Innenminister“, Udos Schwester Inge und Panikorchester-Bassist Steffi Stephan eingeladen. Der wird die Laudatio auf seinen alten Kumpel halten. „Wenn einer meiner Freunde ein Denkmal verdient hat, dann ist das Udo“, sagt Stephan. Ihm sei die Würdigung seines langjährigen Weggefährten eine Ehre – „aus Respekt vor Udo und aufgrund meiner persönlichen Beziehung zu Gronau“. In Gronau nämlich wurde Stephans Sohn Marvin geboren. Mutter ist Lindenbergs Schwester Inge.

Aufgestellt wird das Lindenberg-Denkmal auf einem Kreisverkehr an der alten Bundesstraße 54. Der Ort hat symbolische Bedeutung: Direkt in der Nachbarschaft startete Klein-Udo mit elf Jahren seine ersten professionellen Trommelversuche in der Old Time Jazzband, hier hielt er später auch „den Daumen in den Wind“, um die große Welt zu entdecken. Die Straße sei das Beste an Gronau, hat er einmal gesagt, „denn sie führt aus dem Kaff heraus“. Einige nehmen ihm das bis heute übel, obwohl Lindenberg mit seiner Heimat längst Frieden geschlossen hat.

Und bald soll überhaupt niemand mehr an ihm vorbeigucken können. Inklusive Sockel wird der Bronze-Udo vier Meter über der alten B 54 thronen. Wer es lieber eine Nummer kleiner hätte, ist bei Antiquitätenhändler und „Syndikat L“-Mitglied Heiko Packmor richtig aufgehoben: Der hat parallel zum XXL-Udo auch jeweils 500 kleine herstellen lassen, 40 und 63 Zentimeter groß und natürlich mit Hut. „So haben die Fans ab dem 16. Mai auch ‘was zum Mitnehmen.“

Quelle: Westfälische Nachrichten, 20.03.15