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"Bitte kneif mich, ich glaub‘s nicht": Warum Udo Lindenberg überraschend im Konstanzer Kula auftauchte

Große Überraschung für die Konzertbesucher im Konstanzer Kulturladen am Montagabend: Nach dem Konzert von Noah Fischer, Saxophonist im Panikorchester von Udo Lindenberg, trat der Altrocker selbst für ein paar Songs auf. SÜDKURIER-Politikchef Dieter Löffler und Fotograf Oliver Hanser waren vor Ort.

Nanu, den Mann kennt man doch?  Auch ein  Rockstar braucht mal Zeit zum Durchatmen. Udo Lindenberg, kürzlich 70 geworden, gönnt sich derzeit zwischen zwei Konzertterminen einen Kurzurlaub am Bodensee – und tauchte überraschend als Gast im Konstanzer Kulturladen auf, wo sein aus Sigmaringen stammender Saxofonist Noah Fischer auf kleiner Bühne musizierte. Der Panikrocker griff am Ende des Konzerts vor einem verdatterten Publikum selbst zum Mikrofon, begleitet von einigen Musikern seines Panikorchesters.

Viele im Publikum konnten es kaum fassen. „Bitte kneif mich, ich glaub’s nicht“, sagt eine Konzertbesucherin zu ihrer Begleiterin, als sich der Rockstar im Gedränge nebst Leibwächtern an ihr vorbeidrückt. Privatmann Lindenberg gibt sich in Konstanz genau so,  wie man ihn von der Bühne her kennt. Der 70-Jährige erscheint in voller Montur in dem kleinen Club am Rande der Konstanzer Cherisy-Kaserne – Hut, Sonnenbrille, Zigarre.  Die Bodyguards  haben  wenig zu tun, weil sich der Altrocker locker unters Publikum mischt. Zunächst setzt  er sich mit seinem Bassisten Steffi Stephan in die hinteren Reihen, hört seinem Saxofonisten zu, schlürft  ein Weizenbier. Dann verzieht er sich in den Raucherbereich und pafft an einer Monsterzigarre. Zwischendurch schlendert er immer wieder durch den Saal, schüttelt Hände, lässt sich fotografieren und nuschelt seine Lindenberg-Sprüche unter der riesigen Hutkrempe hervor.

In welchem Hotel er abgestiegen ist, will der Rockstar   nicht verraten. Nur so viel: Er nutzt die Zeit am Bodensee für einen Abstecher nach Lindenberg im Allgäu, um sich in einer dortigen Hutfabrik mit Nachschub einzudecken. Auch seine Mitmusiker genießen den Abend im familiären Rahmen sichtlich. „Wir machen hier am Bodensee ein paar Tage Urlaub“, erzählt Panik-Bassist Steffi Stephan (69) im kurzen Gespräch mit dem SÜDKURIER. Da habe es bestens gepasst, sich ein Konzert des Bandkollegen Noah Fischer in Konstanz anzuhören.
 
Auch andere Musiker des Panikorchesters nutzen die Gelegenheit, darunter Lindenbergs langjähriger Gitarrist Hannes Bauer, der mit seiner Ehefrau in den Kulturladen gekommen ist, Percussionist Nippy Noya und Backgroundsänger Ole Feddersen. Jazzrocker Fischer revanchiert  sich mit einem ausgezeichneten Konzert: So kristallklar, so rein hört man ein Saxofon nur selten.Unter den begeisterten Zuhörern ist auch sein frühere Hochschullehrer, der Konstanzer Jazzprofessor Bernd Konrad, ebenso Vater Gunther, der selbst Saxofon spielt und früher in Sigmaringen  die Stadtkapelle dirigierte. Fischer senior ist mit einer ganzen Busladung von Fans aus der Hohenzollern-Stadt angereist.
 
Bei der Zugabe übernimmt dann endlich Arbeitgeber Lindenberg das Mikrofon, die Panik-Musiker enterten die Bühne und spielten den Rock‘n‘Roll-Kracher „Candy Jane“. Riesenbeifall. Wenig später rauschte der Altstar dann mit seinen Leibwächtern zur Tür hinaus – wieder Urlaub machen am Bodensee.

Quelle: SK, 31.05.16

Eine Show im XXL-Format

Im Herbst seiner Karriere spielt Udo Lindenberg in der Form seines Lebens – und stellt in der Mercedes-Benz-Arena eine glänzend geölte Rock-Revue auf die Bühne, die auch als schräg-melancholische Allegorie auf das Leben und den ganzen Rest funktioniert.

Woran erkennt man, dass man auf dem Weg zu einem Konzert von Udo Lindenberg ist? Klarer Fall – an den Eierlikörflaschen im Stadionbereich. Das alkoholische Markenzeichen von Deutschlands dienstältestem Rockstar (das übrigens lediglich dem Ölen der Stimmbänder diente; als Betriebsstoff griff der Mann einst natürlich zu bedeutend profunderen Spirituosen) ist am Samstagabend im Umfeld der Mercedes-Benz-Arena jedenfalls deutlich präsenter als gemeinhin bei Musikevents.

Etwas unübersichtlicher wird die Lage dann kurz vor 20 Uhr im Inneren des Stadions. Der Mann, der da die Untertürkheimer Kurve abschreitet – Hut, schwarzer Mantel, Sonnenbrille: Ist er’s wirklich? Oder nur einer der vielen Doppelgänger und Look-a-likes, die Udo Lindenberg umschwirren wie die Motten das Licht? Wenige Minuten später folgt die Auflösung: Ja, es war wirklich Udo Lindenberg, der da in einem kleinen Zelt verschwand – um hier einen Drahtkäfig zu besteigen und an einem Seil hoch über den Köpfen von 40 000 Zuschauern über den Stadion-Innenraum auf die am gegenüberliegenden Ende aufgebaute Bühne zu segeln.

Dort durchbricht derweil der Bug eines Kreuzfahrtschiffs den Vorhang, Rockliner heißt es, eingerahmt wird es von veritablen Kaventsmännern auf Videowänden. Davor führt ein langer Steg hinaus in den Innenraum, dahinter thront ein riesiger Kran (dazu später mehr): großes Besteck für eine Honky-tonky-Show im XXL-Format, mit der „Panik-Udo“ gelang, was die sonst hier kickende Truppe des VfB schon lange nicht mehr schaffte: ein ganzes Stadion zu begeistern.

Udo in München: Voll die Panik-Attacke in der Olympiahalle

München - Er ist schon 70 - aber davon war am Dienstag in der Olympiahalle nichts zu spüren: Udo Lindenberg rockte vor 10.000 Fans. Eine Konzert-Kritik über den Mann mit Hut, einen Ozeanriesen und einen Drahtseilakt.

Ich lieb Dich überhaupt nicht mehr...? Vergiss es, Udo! Wir lieben Dich noch ganz genauso wie über die Jahrzehnte - wahrscheinlich sogar noch ein gutes Stückchen mehr. So hat sich das ungefähr angefühlt Dienstagabend in der Olympiahalle. 10.000 Leute (ausverkauft) bejubeln Udo Lindenberg, der im zarten Alter von 70 Jahren nach wie vor als Botschafter des Rock'n'Roll unterwegs ist. Noch immer - oder jetzt erst recht. "Keine Panik", das ist das Motto für die aktuelle Tour. Muss man auch nicht haben, Panik. Nicht, wenn man eh schon eine halbe Legende ist. Und wenn man eine richtig gute neue Platte im Gepäck hat ("Stärker als die Zeit").

Wobei man am Dienstag natürlich schon gemerkt hat: Die Leute wollen die Klassiker hören. Die erste große Gefühlswoge schwappt nach einer guten Viertelstunde durch die Halle, als "Cello" gespielt wird. Davor ist Uns Udo am unsichtbaren Drahtseil eingeschwebt, hat den Abend stilecht mit Zigarre und Weißbier, mit Sonnenbrille und Hut eröffnet. Und hat uns einen Vorgeschmack gegeben auf das, was uns da in den nächsten zweieinhalb Stunden erwartet. Eine perfekt durchgetaktete und ausgetüftelte Show mit der Anmutung: Geld spielt keine Rolle. Hunderte Quadratmeter Videoleinwand, ein begehbarer Ozeanriese auf der Bühne, Licht und Ton vom Feinsten: Das ist der Rahmen. Dazu passt natürlich das Panikorchester. Blitzsauber, aufeinander eingespielt und mit so viel Spaß am Gasgeben... Respekt, die Herren! Gelassen bei "Ich mach mein Ding", mit ordentlich Kawumm bei "Rock'n'Roller", bewusst exakt bei "Einer muss den Job ja machen".

Udo Lindenberg in der Olympiahalle: Die Energie ist da!

Und der Meister selber? Mit all seiner Erfahrung über jeden Zweifel erhaben. Gönnt sich zwar ab und zu ein bissl Zeit zum Durchschnaufen, aber die Energie ist da. Das passt nicht nur angesichts des Alters, sondern vor allem auch, wenn man sieht, wie Lindenberg die Verschnaufpausen nutzt. Zum Beispiel fürs Geschichtenerzählen übers alte München. Als Lindenberg in Schwabing wohnte und als Schlagzeuger für den Jazz-Giganten Klaus Doldinger spielte. Genuschelt, natürlich, Easy-Deutsch... Aber dafür geht man ja zu Udo. Für die Lässigkeit, die sonst so gar nicht zu uns Deutschen passt. Und ein paar Minuten später dann auch wieder für anrührende Momente. "Wozu sind Kriege da?" mit Kinderchor - das ist zwar kalkuliert, verfehlt seine Wirkung aber nicht.

Wer den aufmüpfigen Udo hören will, hat seine Freude an "Gegen die Strömung" - und die Halle erweist sich als textsicher. So geht's quer durch die Karriere, mit dem Sonderzug, mit dem Horizont, mit Controlletti. Eine Panik-Attacke mit Ansage. Auch, wenn's zwischendurch ein bissl ruhig wird und die Bühne phasenweise eher nach Musical aussieht als nach Rockhölle ("So sehen"), ist dieser Lindenberg-Abend eine Show voller Kraft. Dazu gehört auch Spaß wie bei den "Herzen der stolzesten Frauen" im Duett mit Stefanie Heinzmann. Ja, das geht auch als Rocker...

Man sagt ja, Lindenberg sei im Vorfeld ein bisschen skeptisch gewesen. Sei sich nicht sicher gewesen, wie heiß das bayerische Publikum auf ihn ist. Sagen wir so: Dienstagabend haben wir viele glückliche Gesichter in der Olympiahalle gesehen, auf der Bühne und auf den Rängen. Und weil noch viel mehr Leute glücklich werden wollten, weil der Vorverkauf gar so gut gelaufen ist, gibt's am Mittwoch ein zweites Konzert obendrauf, ebenfalls in der Olyhalle. Restkarten sind noch zu haben.

Quelle: tz, 24.05.16

Udo Lindenberg rockt wieder

Mit einer aufwendigen und abwechslungsreichen Bühnenshow beginnt Udo Lindenberg in Gelsenkirchen seine diesjährige Stadiontournee. 38 000 Fans feiern ihren Udo kurz nach dessen 70. Geburtstag.

Gelsenkirchen. Am Schluss lässt Udo es nochmal so richtig krachen: Er steigt in einen Raumanzug, lässt sich einen Helm aufsetzen und schwebt auf einem Podest an feinen Seilzügen in die Höhe, ins Dunkle hinter die Bühne - und kommt tatsächlich nicht wieder. Auf der Leinwand startet wenig später eine Mondrakete mit viel echtem Feuer, Höllenlärm und dickem Qualm. Was für ein Abgang nach zweieinhalb Stunden Panik-Vollgasshow. Die fast zehn Zugaben nach einem leisen und völlig unglaubhaften „Auf Wiedersehen“ hatte er da schon lange hinter sich.

Udo Lindenberg tourt wieder durch Deutschland. Am Freitagabend startete er seine dritte Stadiontournee vor rund 38 000 Fans in der Veltins-Arena in Gelsenkirchen. Erst am Dienstag hatte Lindenberg seinen 70. Geburtstag gefeiert.

Tagesthemen gratulieren Lindenberg

Worte wie „hammerkrass“ in den ARD-Tagesthemen? Eigentlich undenkbar. Für Udo Lindenberg machte Pinar Atalay allerdings eine Ausnahme.

Berlin.  Ungefähr ganz Deutschland und die halbe Welt gratulierten Udo Lindenberg am Dienstag zum Geburtstag. Die Deutschrock-Legende wurde 70 Jahre alt und durfte sich über zahlreiche Glückwünsche von Künstlerkollegen und anderen Prominenten freuen. Und gerade, als sich sein Ehrentag schon dem Ende zuneigte, gab es noch eine Hommage, mit der so wohl nur die wenigsten gerechnet hatten.

Tagesthemen-Sprecherin Pinar Atalay hatte ihren Moderationen am Geburtstag Udo Lindenbergs einen besonderen Anstrich verpasst. Kaum eine Nachricht wurde ohne Zitat eines Lindenberg-Songs verlesen. Das hörte sich dann so an:

• Zu den niedrigen Milchpreisen hieß es: "Nachdem die Milchquote 2015 nach Jahrzehnten geschafft wurde, war klar: Sowas Großes geht nicht einfach so vorbei." (Zitat aus dem Lied "Horizont")

• Über die Demonstrationen in Frankreich: "Große Ereignisse werfen ihre Schatten unter die Augen, so geht es offensichtlich den französischen Polizisten." ("Gegen die Strömung")

• "Kaum ein Krieg ist uns so präsent wie der blutige Konflikt in Syrien mit seinen Hunderttausenden Toten, Verletzten und Flüchtlingen. Da lässt sich nicht sagen: Was da unten los ist, ist egal." ("Durch die schweren Zeiten")

• Zur "Bathroom Bill" im US-Bundesstaat North Carolina: Das vor einigen Wochen verabschiedete Gesetz zwingt Transgender in North Carolina dazu, in öffentlichen Gebäuden jene Toiletten zu benutzen, die mit dem Geschlechtsvermerk in ihrer Geburtsurkunde übereinstimmen: "Viele Transgender empfinden das als Diskriminierung. Aber ey, keine Panik." ("Hoch im Norden", Titel seiner aktuellen Tour)

• Der Fund antiker Bauwerke vor Ägypten: "Ein kleines Atlantis, so könnte man diese hammerkrasse Entdeckung nennen" ("Das Leben")

• "Und hinterm Horizont geht's weiter, mit dem Wetter" ("Horizont")

Zwischenzeitlich hatten sich schon einige Nutzer bei Twitter gefragt, ob sie sich verhört hatten. Ausdrücke wie "hammerkrass" bei den Tagesthemen? Das konnten sich nur die wenigsten vorstellen. Zumindest nicht diejenigen, die die Anspielungen auf Lindenberg nicht zuordnen konnten.

Aber Atalay löste die Geschichte am Ende auch noch auf – natürlich mit einem Zitat. "Und falls Sie zwischenzeitlich dachten, ist bei denen alles klar auf der Andrea Doria? ("Alles klar auf der Andrea Doria") So einige Passagen kamen mir irgendwo bekannt vor? [...] Happy Birthday, Udo!", sagte Atalay. Um sich dann natürlich noch stilecht zu verabschieden: "Ich mach 'ne Biege, ich mach 'ne Fliege." ("Jenny")

Quelle: MoPo, 18.05.16

Sieben Dinge über den deutschen Rocker

Deutschrocker Udo Lindenberg feiert seinen 70. Geburtstag. Wollte man sein facettenreiches Leben in Abschnitte einteilen, käme man locker auf diese sieben Kapitel: Musik, Kunst, Politik, Frauen, Alkohol, Kohle und der Tod.

Die Nachtigall ist ein unscheinbarer, kleiner Vogel. Doch ihr Gesang ist das schönste Geräusch, das die Natur hervorzubringen mag. Bei Udo Lindenberg ist es eher umgekehrt. Seine optische Erscheinung ist unverwechselbar, doch sein Gesang - nun ja, Schwamm drüber. Dass er sich selbst seit über 40 Jahren „Paniknachtigall“ nennt, ist mehr als nur eine Laune der Natur. Udo ist Kult - heute wird er 70 Jahre alt.

Wirklich 70? Man mag es kaum glauben! Das sah vor zehn Jahren noch ganz anders aus, als er - scheinbar unrettbar - an der Flasche hing. Aber keine Panik: Er hat sich beim Schopf gepackt und hochgezogen. „Ich kann es selber kaum glauben, denn ich habe meinen Körper wie einen Hund hinter mir her geschleift. Jetzt sind wir eins... Ich bin so schlank wie 1973, als ich anfing als Paniknachtigall. Die Klamotten aus der Asservatenkammer passen heute wieder.“

Er ist also wieder der Alte, das heißt er ist besser drauf denn je. Die Stimme hat wieder ihre Nuschelwucht, sein Gang ist locker und elegant schleppend, das Haupthaar wallt ihm auf die Schulter, und was weiter oben wächst, weiß niemand so genau, denn da sitzt seit Jahrzehnten sein Schlapphut.

Sein Gesicht ist kantiger geworden, der Blick klar und nicht mehr so verschleiert wie früher, als auf das eine oder andere „Konjäkchen“ das nächste folgte. Er fühle sich „zeitlos“, sagt er. Und so sieht er auch aus.

Wollte man sein facettenreiches Leben in Abschnitte einteilen, käme man locker auf sieben Kapitel.

Jubiläum im Radio: Udo Lindenberg-Tag auf WDR 4

Köln (ots) - Udo Lindenberg ist pünktlich zu seinem runden Geburtstag zurück in den Charts und legt damit eins der erstaunlichsten Comebacks der deutschen Musikszene hin. WDR 4 feiert seinen Erfolg und gratuliert zum 70. mit einer persönlichen Widmung im Radio: dem "Udo Lindenberg-Tag" am 17. Mai 2016.

WDR 4 zeichnet Stationen seiner langen und wechselhaften Karriere nach, von Lindenbergs ersten Alben Anfang der Siebziger bis heute. Es geht um seine Auftritte in der damaligen DDR, seine Art zu texten und seine kuriosen Charaktere wie Rudi Ratlos, Gerhard Gösebrecht oder Elli Pirelli.

Begleitend zum Radio-Sonderprogramm gibt es eine große Multimedia-Reportage bei WDR4.de. Der "Panikmeister", der immer für eine "Bunte Republik Deutschland" stand, kommt außerdem ausführlich zu Wort.

Zum Abschluss sendet WDR 4 einen Mitschnitt von Lindenbergs aktuellem Programm, aufgenommen während einer Tour-Generalprobe am Timmendorfer Strand.

Quelle: WDR, 14.05.16

Was verbinden Sie mit Udo Lindenberg?

Hinterm Horizont geht’s weiter: Udo Lindenberg schippert mit seinen Fans auf dem Rockliner übers Meer. Super-Udo könnte man sagen – so beliebt wie nie zuvor. Während er dreistündige Kultshows auf hoher See liefert, ist sein Album ganz oben eingestiegen. Auch in Brandenburg hat er viele Fans. Nun suchen wir kurz vor seinem 70. Geburtstag Ihre Geschichten zu Udo!

Europa/Brandenburg. Völlig überraschend kam das nicht. Der Eierlikör, das Udo-Lindenberg-Kultgetränk, wird nicht reichen. Kurz nach Lissabon ist es dann tatsächlich so weit. Die 2500 Fans des Sängers an Bord der „Mein Schiff 3“ haben die letzten der 720 vor der Seereise gebunkerten Flaschen ausgetrunken. Die Story vom Eierlikör-Engpass ist nur eine von vielen, die in diesen Tagen die Runde macht.

Der 69-Jährige erscheint allgegenwärtig. Mit Lindenberg kann man glänzen, die Plattenfirma, die Medien, auch Tui Cruises, die Reederei. Das war zwischenzeitlich, vor seinem Comeback 2008, mal ganz anders. Doch jetzt ist er der Super-Udo – und wohl so beliebt wie nie zuvor.

Die Lindenberg-Wochen haben gerade erst begonnen. Am 17. Mai wird die Deutschrock-Legende 70 Jahre alt. Drei Tage später startet er seine Tournee „auf Schalke“. Der Rockliner mit ihm und seinem Panik-Orchester an Bord stach nun vorab im spanischen Málaga in See. Während Lindenberg über Lissabon und Gibraltar nach Mallorca schipperte, katapultierte sich sein neues Album „Stärker als die Zeit“ an die Spitze der deutschen Charts.

186 Flaschen Eierlikör gehen schon am ersten Abend weg. Die Fans wirken geradezu gierig auf die Ferien mit ihrem Idol. Wie Schüler, die am letzten Schultag ihre Ranzen in die Ecke werfen, starten sie in ihr Udo-all-inclu- sive-Leben auf dem Schiff. Manche scheinen durchgehend mit Lindstärke 10 Party machen zu wollen.

Die Rockliner-Köche stellen ab Gibraltar den Eierlikör selbst her. Insgesamt kochen sie 750 zusätzliche Liter. Eier, Zucker, Rum, Kondenzmilch, „kein Ding“, würde Lindenberg wohl sagen. Für ihn sei der Stoff eine Art Arznei, wenn seine Stimme mal wie ein Trecker knattert.

Udo Lindenberg an der Spitze

Hut ab vor Altmeister Udo Lindenberg: Der Panikrocker, der am 17. Mai 70 Jahre jung wird, hat bereits vor seinem runden Geburtstag allen Grund zum Feiern: Er ist „Stärker als die Zeit“ und stürmt direkt von null auf eins der Offiziellen Deutschen Album-Charts, ermittelt von GfK Entertainment.

Es ist seine dritte Nummer-eins-Platte nach „Stark wie zwei“ (2008) und „MTV Unplugged – Live aus dem Hotel Atlantic“ (2011). Beflügelt vom aktuellen Verkaufserfolg kehren die beiden Tonträger an 57. und 53. Stelle noch einmal in die Hitliste zurück.

 

 

 

Jetzt malt er auch noch - Otto Waalkes stellt bei Lindenberg aus

Altstadt . Über seine Blödeleien lacht Deutschland seit Generationen. Seit 40 Jahren ist Otto Waalkes, 64, im Showgeschäft, er schrieb Bücher, verkaufte Millionen Tonträger, drehte Filme und gewann mehr als ein Dutzend Preise. Noch heute gehört der Ostfriese zu den erfolgreichsten Komikern. Nun ist Otto Gerhard Waalkes, wie er mit vollem Namen heißt, auch noch unter die Maler gegangen. Am Freitagabend präsentiert der Wahlhamburger seine Werke erstmals vor 300 geladenen Gästen in der Hansestadt, wo er seine Bilder in der Udo-Lindenberg-Galerie in der Europa-Passage ausstellt. Für Otto ist die Malerei aber kein Neuland. Was nur wenige wissen: Der Sohn eines Malermeisters hat die Kunst von der Pike auf gelernt, und zwar an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg, wo er bei Hans Tiehmann und Rainer Noeres studierte.