Blue Flower

Udo Lindenberg geht nicht einkaufen

Udo Lindenberg interessiert sich nicht fürs Einkaufen.

Der Sänger mischt sich nur unters Volk, um am Bahnhof Currywurst zu essen.

In den Supermarkt geht er aber nicht. "Im Supermarkt kenne ich mich nicht aus", gibt er gegenüber der "Hamburger Morgenpost" zu. "Ich weiß gar nicht, wo da der Ein-oder Ausgang ist. Das interessiert mich auch nicht, deshalb wohne ich ja im Hotel."

Desinteresse der anderen Art beklagt er aber: Es nerve ihn, dass sich die Menschen im Westen nicht für den Osten interessieren. "Erst jeder Fünfte war dort. Ich empfehle, dass die Leute mal nach Weimar fahren statt an den Ballermann. Das Land der Dichter und Denker muss sich auch so verhalten, dass die Leute nicht total verblöden und mittlerweile Honecker für einen Brotaufstrich halten."

Allerdings ist er mit Deutschland insgesamt zufrieden. "Ich bin allerdings kein Miesepeter, der sagt, alles sei schlecht. Deutschland ist eigentlich ein Paradies mit einem relativ guten Sozialsystem", stellt er fest.

In seinem Buch "Stark wie zwei", ein Bildband, in dem seine Freundin Tina Acke den 64-Jährigen in über 400 Fotos porträtiert, kritisiert der "Panik-Rocker", dass es zu wenig Unikate in Deutschland gebe. "Viele haben Angst vor Arbeitslosigkeit und buckeln vor der Hierarchie", erklärt er im Interview. "Es wird auch wenig Mut gemacht, ein Unikat zu sein. Castingshows spielen da auch rein. Die singen irgendeinen Schrott nach."

Außerdem verrät er, dass keine Angst vor dem Tod habe. "Noch fühle ich mich ihm nicht nah. Der Tod ist eine ständige Mahnung, ein bewusstes Leben zu führen.".

Quelle: Star-Nachrichten, 05.11.10